Kolbermoor – Ein Plan, viele bunte Wege: So präsentiert sich der Radlnetzplan-Entwurf für die Stadt Kolbermoor. Gestaltet wurde er vom „Institut für innovative Städte“ aus Franken. In Stein gemeißelt ist der Plan allerdings noch nicht. Jetzt haben die Bürger erneut die Möglichkeit, Vorschläge zu machen und Erfahrungen einzubringen. Genau wie Ende Februar im Rathaus (wir berichteten). Nach diesen Vorschlägen hat das Institut diesen Entwurf gestaltet, jetzt geht es quasi in die zweite Runde.
Gestern hatten der Kolbermoorer Klimaschutzbeauftragte Martin Korndoerfer, Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer sowie Christian Poitsch vom Stadtmarketing einen Stand vor Edeka am Herto-Park aufgebaut – samt Entwurfsplan. An ihrer Seite war Dr. Lydia Hufmann-Bisping vom „Institut für innovative Städte“. Sie hörte beispielsweise einer Kolbermoorerin zu, die an der Staatsstraße wohnt – „von meinem Haus aus gibt es keinen Radlweg“, informierte sie die Expertin, die daraufhin den Stift ansetzte und erklärte, dass es Nord-Süd- und Ost-West-Achsen gibt.
Stadt fördert
den Radlverkehr
Auch am heutigen Samstag ist der Marktstand vor Ort – von 10 bis 12.30 auf dem Spinnerei-Gelände (Nähe Rewe). Die Radler können Anmerkungen machen, Vorschläge und auch über ihren Radlalltag berichten. Bis 24. Mai hängt der Entwurf auch im Rathaus aus, auch dort können die Bürger Vorschläge zum Radl-netz schriftlich abgeben. Die Wege sind unterschiedlich farblich: Blau ist beispielsweise der Schnellradlweg, der an der Mangfallbrücke in Bad Aibling startet und nördlich der Bahnlinie nach Kolbermoor führt. Dort überqueren die Radler die Bahnlinie, weiter geht es in Richtung Friedrich-Ebert-Straße nach Rosenheim. „Ein Weg für Vielfahrer, Pendler und Schüler, die schnell von A nach B kommen wollen“, erklärt Poitsch. Die anderen Routen, grün ist die Hauptroute, rot die Basisroute, verbinden Stadtviertel miteinanderer sowie Ziele, wie Schulen, Bahnhof und Einkaufsmöglichkeiten. Die Vorschläge und Erfahrungen werden dann vom Institut in den Entwurf eingearbeitet. Anschließend muss der Stadtrat über das Konzept beraten und beschließen, was er umsetzen möchte und was nicht.
Ein Beispiel: Sollte eine Straße zur Radlstraße umfunktioniert werden, bringt das Veränderungen mit sich: Es würden beispielsweise Parkplätze wegfallen und ein Tempolimit für Autos könnte eingeführt werden, erklärt Hufmann-Bisping. Welche Straßen sich schnell und einfach umfunktonieren lassen, wollte die Expertin allerdings nicht beantworten. Zunächst seien die Rückmeldungen der Radler wichtig, erklärt sie. Dann müssten die Politiker ran. Ziel: den C02-Fußabdruck minimieren und Radlverkehr zu fördern.