Kolbermoor – Neues Wohnen, ein Café und ein lebendiger Rathausplatz – so stellt sich die Stadt Kolbermoor den Lückenschluss zwischen Rathaus und Aral-Tankstelle an der Rosenheimer Straße vor. Doch wann ist es endlich so weit mit dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus? Seit Jahren liegt die Fläche brach und dümpelt vor sich hin.
Die gute Nachricht: Es tut sich was – zumindest wird derzeit im Rathaus die Ausschreibung für das Projekt vorbereitet. Das bestätigte Bürgermeister Peter Kloo auf Anfrage unserer Zeitung. „Das Leistungsverzeichnis wird erstellt, die Ausschreibung beginnt“, erklärte der Rathaus-Chef.
Wohnen und
Cafeteria
Geplant ist auf dem brachliegenden Gelände, wo einst das Rathaus der Stadt stand und das bis zum Bau des benachbarten Parkdecks noch als Parkfläche genutzt wurde, ein architektonisch ansprechendes Wohn- und Geschäftshaus (Behnisch-Architekten).
Darin vorgesehen: ein Tagescafé im Erdgeschoss mit Terrasse zum Rathausplatz hin sowie insgesamt 17 Wohnungen in den oberen Geschossen. Allesamt kleinteilig, zwischen 38 und 80 Quadratmeter groß, natürlich barrierefrei – und vor allem „bezahlbar“. Das heißt: Die Mieten sollen unter dem Mietpreisniveau im Stadtgebiet liegen. Weshalb das Projekt auch über das bayerische Wohnbauförderprogramm bezuschusst werden soll.
Bauherr und späterer Vermieter wird die Stadt Kolbermoor sein. Sie rechnet für die rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche mit einem Baukostenzuschuss von etwa 30 Prozent – plus ein äußerst günstiges KfW-Darlehen für weitere 60 Prozent der Bausumme mit einer Zinsbelastung von unter einem Prozent.
Die Gesamtkosten für das neue Wohn- und Geschäftshaus lagen nach letzten Berechnungen bei gut 6,5 Millionen Euro. Und damit deutlich höher als noch zu Beginn der Planung: 2016, als der Stadtrat die ersten Entwürfe abgesegnet hatte, lag das Volumen noch bei 4,8 Millionen Euro.
Verantwortlich für die Teuerung macht Bürgermeister Kloo die allgemeine Preissteigerung am Bau.
Doch weshalb eigentlich die Verzögerung – und wieso steht das Gebäude nicht längst? Engpässe in der Bauverwaltung, erklärt der Rathaus-Chef. Zu viele große und damit zeitintensive Projekte stünden an. Darunter die Sanierung des Bahnhofs, die nun im Spätsommer (Anfang September) endlich ein Ende finden soll. Die Vorbereitung der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses an der Hasslerstraße, was sich äußerst aufwendig gestaltet. Startschuss dafür soll nun im Herbst sein. Dann der laufende Neubau des Feuerwehrhauses Pullach – und die Vorbereitungen und Vorarbeiten für den Ausbau der Tonwerksunterführung (Leitungsverlegung im vergangenen Jahr, wir berichteten).
EU-weite
Ausschreibung
Aufgrund des Kostenvolumens muss für den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses nun eine EU-weite Ausschreibung durchgeführt werden – wobei die Stadt in einem ersten Schritt nur das Gewerk Baumeisterarbeiten auf den Markt werfen will. Wieso denn das? Man will den Bietern einen großzügigen Zeitraum mit einem flexiblen Baubeginn zwischen September und März 2020 eröffnen – um so an günstigere Angebote zu kommen. „Die Anbieter können es sich aussuchen, ob sie gleich im Herbst loslegen wollen oder erst im Frühjahr, je nach Auftragslage. Wir erhoffen uns dadurch bessere Preise“, erläutert Bürgermeister Kloo die Herangehensweise der Stadt. Steht fest, wann die Baufirma starten will, folgt die Ausschreibung der übrigen Gewerke.
Mit der Vergabe der Baumeisterarbeiten rechnet der Rathaus-Chef im Juli. Läuft alles nach Plan, könnten also schon im Herbst die Bagger anrollen. Pläne wie auch Baugenehmigung liegen zumindest in den Schubladen – es ist also alles bereit.