Kolbermoor – Offenbar ist das Traunsteiner Dienstleistungsunternehmen, das zuletzt auch im Mangfalltal auf Standortsuche für eine neue Feuerbestattungsanlage war (wir berichteten), in Kolbermoor fündig geworden. Auch bei den Anwohnern „Am Rothbachl“ und Umgebung macht diese Nachricht bereits die Runde.
Stadt bestätigt:
„Sind in Gesprächen“
Bürgermeister Peter Kloo wollte auf Anfrage unserer Zeitung zunächst nur bestätigen, dass die Stadt sich bezüglich einer Feuerbestattungsanlage in Gesprächen mit dem Betreiber einer solchen Anlage befinde. Nähere Einzelheiten werde man erst heute Vormittag in einer Pressekonferenz bekannt geben, hielt er sich ansonsten bedeckt.
Gerüchte darüber, dass es sich dabei um den Standort „Am Rothbachl“ handelt, waren in Kolbermoor, aber auch in den Nachbarkommunen schon seit Längerem zu hören. Dort befindet sich neben einem Discounter und einem Drogeriemarkt auch der neue Friedhof der Stadt Kolbermoor.
Hintergrund der Anfrage, die das Unternehmen, das bereits in Traunstein eine Feuerbestattungsanlage betreibt, an mehrere Kommunen in der Region verschickt hatte: Immer mehr Menschen entscheiden sich mittlerweile für eine Feuerbestattung. So werden dem Anlagenbetreiber aus Traunstein zufolge rund 70 Prozent der Verstorbenen aus der Stadt Rosenheim verbrannt. In ländlichen Regionen seien es 40 bis 50 Prozent. Bisher würden die aus aus dem Landkreis Rosenheim stammenden Verstorbenen in Krematorien in Traunstein, München oder Kempten gebracht.
Neuer Standort dringend benötigt
In Traunstein allerdings seien die Kapazitäten mittlerweile ausgeschöpft. Daher will der Anlagenbetreiber, wie er gegenüber unserer Zeitung bereits im vergangenen Dezember bekundete, bis 2020 ein weiteres Krematorium zwischen Rosenheim und München errichten (wir berichteten).
Die meisten im Mangfalltal angeschriebenen Kommunen winkten jedoch aufgrund fehlender oder ungeeigneter Flächen von vornherein ab. „Da wir eine Kurstadt sind und auch keine entsprechenden Grundstücke für solch eine Einrichtung haben, war eine Feuerbestattungsanlage für uns kein Thema“, erklärte beispielsweise Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller auf Nachfrage.
Ähnlich sah es in der Marktgemeinde Bruckmühl aus, bestätigte Bürgermeister Richard Richter. Und auch in Bad Feilnbach wurde das Anschreiben laut Kämmerer Konrad Kriechbaumer nicht konkret weiter verfolgt. In Tuntenhausen ging nach Angaben von Bürgermeister Georg Weigl keine entsprechende Anfrage ein.
Lediglich in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham befassten sich die politischen Gremien mit dem Thema. Klare Aussage aus der westlichsten Gemeinde des Landkreises jedoch: Weder am dortigen neuen Friedhof noch an einem Alternativstandort wolle man der 11000-Seelen-Gemeinde ein Krematorium „zumuten“, für das von 3500 Feuerbestattungen pro Jahr am Anfang und doppelt so vielen nach zehn Jahren die Rede war.
Details werden heute bekannt gegeben
Ob diese Daten so oder so ähnlich auch für eine in Kolbermoor geplante Anlage gelten und wie die Pläne dort im Detail aussehen – darüber soll in der heutigen Pressekonferenz informiert werden.
Für die Anlieger plant die Stadt Kolbermoor zeitnah eine eigene Informationsversammlung.