Kolbermoor/Schlarbhofen – Der geplante Brenner-Nordzulauf treibt die Bürger in der Region um – so auch in Kolbermoor. Dort lud die Bürgerinitiative (BI) „Nordzulauf Kolbermoor“ auf dem Biohof Schlarb im Ortsteil Schlarbhofen zu einer Informationsveranstaltung ein.
Die BI fordert bekanntlich einen Planungsstopp und die Erstellung eines neuen Verkehrskonzeptes. BI-Vorsitzender Ralf Exter wies die rund 60 Besucher – darunter die Landrat-Stellvertreter Andrea Rosner und Dieter Kannengießer, der FW-Landrats-Kandidat Rainer Auer sowie die ÖDP-Kreisvorsitzende und Kreisrätin Christine Mehlo-Plath – auf die Zusammenarbeit der insgesamt 17 Bürgerinitiativen in der Region hin.
Zum geplanten Brenner-Nordzulauf konstatierte er: „Diese Trasse braucht es nicht – der Bundesverkehrswegeplan führt in eine Sackgasse.“ Was hier gemacht werde, müsse die Jugend eines Tages ausbaden. „Wir wollen dafür sorgen, dass sie möglichst wenig ausbaden muss“, so der BI-Vorsitzende, der auch den neuen Trassenvorstellungstermin durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Montag, 1. Juli, bekannt gab. Exter erwähnte zudem problematische regionale Bodenverhältnisse, die vom sogenannten „Rosenheim Seeton“ geprägt seien. Die Besucher konnten die ausgestellten Bodenproben in Augenschein nehmen, die durch Bohrungen in Tiefen zwischen zehn und 40 Meter gewonnen wurden.
Auf großformatigen Skizzenblättern wurden zudem die verschiedenen Trassenvarianten erläutert.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine einstündige Führung auf einem rund vier Kilometer langen Rundweg, an der wegen des starken Regens allerdings nur rund ein Drittel der Besucher teilnahm. Mit gelben Pfählen hatten die Kolbermoorer Organisatoren dabei die Trassenführung als Eingriff in die Natur veranschaulicht.
Maximilian Schlarb informierte hierzu und hielt fest, dass das Frachtaufkommen auf der Schiene in den letzten Jahren stetig gesunken sei. Dies käme auch durch die Aufgabe des Verladebahnhofs in Raubling zum Ausdruck. Ungeachtet der derzeit diskutierten Zulauftrassen stellt sich laut Schlarb auch die Frage: „Wo sollen die Güter denn auf die Schiene?“