Kolbermoor – Kolbermoor hat viel vor. In den vergangenen Wochen wurden die Weichen für einige wichtige Projekte in der Stadtentwicklung gestellt (wir berichteten). Die Palette reicht dabei vom Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Pullach bis hin zum Neubau der Tonwerksunterführung.
Im Rahmen einer Pressekonferenz der Stadt Kolbermoor informierte Bürgermeister Peter Kloo die Öffentlichkeit über diese Vorhaben, die in den kommenden Jahren das Stadtbild prägen werden. Als erstes wurde die Sanierung des Feuerwehrhauses und der Schulturnhalle vorgestellt.
Energetische
Sanierung
Hier sind eine energetische Sanierung („derzeit ist der Gebäudekomplex eine wahre Energieschleuder“) und eine Anpassung der Funktionsräume an die neuen Anforderungen vorgesehen. „Die energetischen Auflagen waren in den 80er- und 90er-Jahren noch nicht so hoch wie heute“, betonte er Kloo, nach dessen Worten hier derzeit die EU-weite Ausschreibung vorbereitet wird. Die Kosten fallen sehr hoch aus: Über acht Millionen Euro verschlingt die Maßnahme. „Es ist wie so oft: Wenn man sich die Sache im Detail anschaut, schnellen die Kosten in die Höhe.“ So soll das Feuerwehrhaus knapp sechs Millionen Euro kosten, die Schulturnhalle 2,35 Millionen Euro. Die bei diesen Summen aufkommende Frage, ob dann nicht ein Neubau mehr Sinn ergeben hätte, beantwortete der Bürgermeister damit, dass man unter allen Umständen den laufenden Betrieb aufrechterhalten wolle. Ein Ende gibt es allerdings für den markanten Schlauchturm; er wird nicht mehr benötigt und abgerissen. Baubeginn ist für heuer August vorgesehen. Im September 2021 soll dann der dritte und letzte Bauabschnitt vollendet sein.
Schon sehr lange beschäftigt hat sich die Stadt, so Kloo weiter, mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Pullach. Hier wird, wie berichtet, gegenüber dem alten Bau ein Neubau erstellt, dessen Projektkosten bei 2,4 Millionen Euro liegen. Der Spatenstich ist bereits erfolgt, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen. „Das alte Haus soll als Vereinsheim aber bestehen bleiben“, so der Bürgermeister.
Ein für die Bürger der Stadt wichtiges Wohnbauprojekt, auf das man schon lange wartet, wird am Rathausplatz 2 entstehen: ein Wohn- und Geschäftshaus, für das aktuell die Ausschreibung der Baumeister arbeiten läuft. 17 Wohneinheiten und eine Gewerbeeinheit (Gastronomie) werden hier ab Herbst gebaut (wir berichteten).
Da das Objekt über das Kommunale Wohnbau-Programm gefördert wird, können hier, so Kloo, „unterdurchschnittliche Mieten“ angeboten werden. Allerdings: Die Baukosten werden bei rund 6,55 Millionen Euro liegen, davon alleine der Wohnungsbau 4,5 Millionen Euro.
Im Erdgeschoss kommt ein gewerblicher Teil (Gastronomie) dazu (1,75 Millionen Euro). Aufgrund der vollen Auftragsbücher der Baubranche habe man für den Baubeginn ein großes Baufenster vorgesehen: September 2019 bis März 2020. „Wir wollen genügend und vor allem gute Angebote erhalten, um unseren Kostenrahmen nicht zu sprengen“, betonte der Bürgermeister.
Ein Projekt, das die Stadt Kolbermoor im kommenden Jahr stark tangieren wird, ist, wie ebenfalls berichtet, der Neubau der Tonwerksunterführung. „Sie beschäftigt uns ja schon seit Jahren. Sie ist ein Nadelöhr, das viel Ärger mit sich brachte und weiter bringen wird. Denn die daraus resultierenden Verkehrsbehinderungen werden Unmut hervorrufen“, so Kloo. Doch habe man nun wenigstens auch die Bahn „mit im Boot“, die sich mit 41 Prozent am Projekt beteiligt. Voraussichtlich im April 2020 wird der Baubeginn sein, dreimal wird dann allerdings der Zugverkehr für 72 Stunden (Freitag bis Montag) komplett unterbrochen, erstmals wohl am 11. April.
„Eine große
Herausforderung“
„Es ist eine große Herausforderung“, betonte Kloo. Vor allem für das dahinterliegende Siedlungsgebiet werde es „eine grausame Zeit“. Aber: „Danach ist die Unterführung wieder 150 Jahre lang passierbar.“ Ein weiteres Großprojekt, das sich in das Baustellenpaket einfügt und das Kloo vorstellte, ist die Errichtung der Feuerbestattungsanlage „Am Rothbachl“ (wir berichteten). Eine Infoveranstaltung ist für 25. Juni, 18.30 Uhr, im Rathaus geplant.