Rosenheim – Wer an der Georg-Aicher-Straße in Rosenheim auf den Bus wartet, muss auf gutes Wetter hoffen. Denn weder stadteinwärts noch stadtauswärts gibt es einen Unterstand, der vor Wind und Wetter schützen könnten. Das Problem ist der Stadt bekannt. Vorwärts geht dennoch seit Monaten nichts. Nach einer Anfrage der SPD-Stadt- und Bezirksrätin Elisabeth Jordan soll der Vorgang jetzt „Chefsache“ werden.
Dass die Bushäuschen auf Höhe des Mediamarktes gebraucht werden, steht für alle Seiten außer Frage. Jedenfalls hatte die SPD im April 2018 einen entsprechenden Antrag Ausschuss gestellt und Zustimmung dafür von den Stadträten erhalten. Dabei war klar geworden: Ein Häuschen hat die Stadt im Depot stehen, es könnte sofort aufgestellt werden, wenn der betreffende Grundstückseigentümer eine Fläche bereitstellen würde. Nun aber zeigt sich: Ein Jahr später fehlen die Wartehäuschen noch immer. Eine Tatsache, auf die Jordan nach eigener Aussage mehrfach angesprochen worden ist.
Zum einen scheint der Kauf laut Jordan eines neuen Häuschens vom Tisch. Das andere, so habe sie von der Stadt erfahren, könne nicht aufgestellt werden, weil es Probleme bei den Pachtverhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer gebe. Gemeint ist die Rosenheimer „Irlbacher Hausverwaltung GmbH & Co. KG“. Sie ist Eigentümerin des Gebäudes in der Georg-Aicher-Straße 1.
Sie müsste gerade so viel Grund abgeben, dass das Häuschen Platz finden könnte: 4,55 Meter lang, rund zwei Meter tief. Dazu rundum ein wenig Grünfläche, damit Arbeiter einmal im Monat die Glasflächen reinigen können.
Die Stadt würde einen gewissen finanziellen Ausgleich dafür gewähren. In einer Mail an den Eigentümer gibt die Stadt an, in der Regel „ein jährliches Nutzungsentgelt in Höhe von 100 bis maximal 200 Euro“ vertraglich zu vereinbaren. Allerdings nur dann, wenn ein Wartehäuschen in Gänze auf Privatgrund stehe. Dies sei hier nicht der Fall, daher müsse der Eigentümer mit einer entsprechend geringeren Zahlung rechnen. Ist die Pacht zu niedrig? Liegt darin der Stillstand begründet?
Nein, teilt Sabine Kramer von der Hausverwaltung „Irlbacher“ mit. Auf keinen Fall gehe es ums Geld. Vielmehr warte man seit Monaten auf den Vertrag. Ihn zu unterschreiben, sei keine Frage.
Die Notwendigkeit einer überdachten Wartemöglichkeit sei einleuchtend. Allerdings habe die Stadt im November einen falschen Vertrag geschickt. Man habe das reklamiert – und seitdem nie mehr etwas von der Stadt gehört. „Wenn wir den korrekten Vertrag vorliegen haben, könnte es ganz schnell gehen“, sagt Kramer.