Kolbermoor – Martin Korndoerfer radelt meist von A nach B. Nun will der Kolbermoorer Klimaschutzbeauftragte auch andere dafür begeistern: Mit sogenannten Themen-Touren in die Umgebung. Im Rahmen des „Stadtradelns“ bietet Korndoerfer vier Touren an zu Mode, Bienen, Bauern und Energie. Los geht es am Samstag, 29. Juni. Wie er auf die Idee gekommen ist und wie er die Routen ausgetüftelt hat, verrät er im Mangfall-Boten.
Herr Korndoerfer, wie sind Sie auf die Themen-Radltouren gekommen?
Prinzipiell habe ich gedacht: Wie bekomme ich die Leute aufs Radl? Was könnte die Bürger interessieren? Und so habe ich überlegt, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: etwas Nachhaltiges unternehmen und sie gleichzeitig für nachhaltige Themen zu interessieren. Außerdem werden so sogar noch Kilometer für die Stadt Kolbermoor gesammelt.
Und wie sind Sie auf die unterschiedlichen Themenbereiche, wie Bienen, Bauern, Energie und Mode gekommen?
Beim Stichwort Nachhaltigkeit gelangt man schnell auf Mode-Themen und so habe ich mir überlegt, eine Mode-Route anzubieten. Denn auch die Mode hängt mit Mikroplastik zusammen: Werden synthetische Fasern aus Erdöl hergestellt belastet das die Umwelt mit Mikroplastikartikeln. Bei der Baumwolle startet die Wasserproblematik, denn in den wasserarmen Anbaugebieten wird für den Anbau viel Wasser benötigt. Obendrein kommen ethnische, humanitäre Aspekte hinzu. Denn viele Näherinnen arbeiten beispielsweise unter schlechten Bedingungen. Die anderen drei – Bauern, Bienen und Energie – haben sich quasi aufgedrängt. (lacht).
Steht die Idee, steht ja aber noch lange nicht die Route. Wie sind Sie vorgegangen?
Ich habe recherchiert. Bei der Mode-Route habe ich Firmen gesucht, die hier rund um Kolbermoor angesiedelt sind. Anschließend habe ich mir mithilfe des Bayernnetzes für Radler die Routen herausgesucht. Die Mode-Route ist die längste, mit etwa 50 Kilometern. Das ist zwar viel, aber viele Bürger haben auch E-Bikes und für einen Tagesausflug ist das in Ordnung, denke ich.
Fahren Sie denn immer mit?
Ja, ich denke schon, aber ich werde auch von den anderen Kollegen unterstützt. Im besten Fall fährt einer von uns voran und einer bildet das Ende. So haben wir es auch bei der Abschlussfahrt beim Stadtradeln 2018 gemacht. Damals sind die Radler wie eine Lawine, es waren 45, von Feldkirchen-Westerham über Bruckmühl und Bad Aibling nach Kolbermoor gefahren. Das war eine super Sache und wurde gut angenommen.
Sind diese Themen-Touren eine einmalige, besondere Sache oder könnte es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben?
Das kommt auf die Resonanz an. Ist die Nachfrage groß, könnte man es wieder machen. Nur eben mit anderen Schwerpunkten.
Interview: Ines Weinzierl