Der Schnurbaum bekommt von Severin das Namensschild verpasst – Sebastian Demmel vom Bauhof (links) und Vereins-Vorsitzender Kurt Möser halten die Leiter.
Kolbermoor – Lucia steht auf einer Leiter. In der rechten Hand hält sie einen Hammer, zielt und trifft den Nagel. Jetzt ist der Nagel schon ein Stückchen im Baum. Der soll das Namensschildchen „Kuchenbaum“ tragen, schließlich heißt er so. Kuchenbaum? „Im Herbst riecht er nach Lebkuchen“, erklärt Veronika Hermann und verteilt Lebkuchen, damit die Kinder den Duft des Baumes erahnen können. Sie und Teresa Ostermeier leiten die Workshops „Kolbermoorer Junggmias“ des Obst- und Gartenbauvereins Kolbermoor.
Aktion des Obst- und
Gartenbauvereins
Dieses Mal treffen sich die Frauen mit dem sieben- bis elfjährigen Gartler-Nachwuchs am Karl-Daniels-Platz in Kolbermoor. Dort verpassen die Kinder zehn Bäumen ein Schild. Die Namensschild-Aktion hat der Obst- und Gartenbbauverein initiiert und der Stadt 56 Namensschilder für die Bäume übergeben (wir berichteten).
Jetzt waren die Nachwuchs-Gartler an der Reihe und haben die ersten zehn Metalltafeln verteilt und festgenagelt. Die Nägel. „Tut dem Baum das nicht weh?“, fragt eine Nachwuchs-Gärtnerin. Aber Sebastian Demmel vom Bauhof, der die Aktion begleitet hat, kann die Kinder beruhigen: „Es ist wie Ohrlochstechen“, erklärt er.
Ob dieser beruhigenden Antwort geht der Gartler-Nachwuchs zum nächsten Baum. Bevor die Mädchenund Buben zu Hammer und Nagel greifen, haben Hermann und Ostermeier ihnen die Besonderheiten erklärt: „Der Taschentuchbaum heißt so, weil die Blüten Taschentüchern ähneln“, sagt Nachwuchs-Gartler Tobias. Richtig. Und Workshop-Kollegin Maja hämmert schon mal das kleine Metalltäfelchen fest, während Demmel die Leiter hält auf der sie steht.
Junggmias ist
eifrig dabei
Lucia ist begeistert: „Ich finde es ganz toll“, schwärmt die Zehnjährige, die bald mit ihrer Familie zu den Bäumen spazieren will. „Dann kann ich erklären, wie die Bäume heißen und auch warum.“ Denn Lucia hat gut aufgepasst: „Die Sägespäne der Rotbuche werden zum Räuchern verwendet“, erklärt sie.
Die Kennzeichnung der Bäume ist auf Initiative des Obst- und Gartenbauvereins entstanden. Entstanden war die Idee bei einer Baum-Führung durch die Stadt 2018. Rund 70 Teilnehmer sind mit Jürgen Halder vom Bauamt von Baum zu Baum gewandert – Halder hat die Namen und Besonderheiten erklärt. „Aber wer kennt schon diese ganzen Exoten“, sagt Vereins-Vorsitzender Kurt Möser und lacht. Deshalb mussten die Schildchen her.
Am Karl-Daniels-Platz sind jetzt die ersten Pflanzen gekennzeichnet worden. Der Bauhof macht nun sukzessive weiter: Auf dem Spinnerei-Gelände, Alter Friedhof, Rathaus-Park und beim Ludwigs-Denkmal.