Kolbermoor – Verkehrschaos pur: Parkende Autos, so weit das Auge reicht, sogar in Engstellen und im Kurvenbereich – so stellt sich das alltägliche Bild rund ums Kolbermoorer Freibad an heißen Sommertagen dar. Für die Anlieger: ein Grauen. Stauungen, rückwärts rangieren, sich vorsichtig um die Kurven tasten ist an der Tagesordnung, die Verärgerung groß. Hinzu kommt die Sorge: Was ist, wenn mal was passiert? Gar ein Kind unter die Räder kommt in einer dieser unübersichtlichen Situationen?
Immer wieder steigen deshalb die Bürger auf die Barrikaden, richten Schreiben an die Stadt, allen voran an Bürgermeister Peter Kloo. Machen auf die Probleme aufmerksam, kämpfen teilweise seit Jahren um Verbesserungen.
Anlieger fordern
Halteverbote
Saisonale Beschilderungen, Zickzack-Linien in den Kurvenbereichen, um dem Parkchaos Herr zu werden – das sind unter anderem Vorschläge, die ein Anwohner der Zugspitzstraße vorbringt. Und dem, neben der persönlichen Betroffenheit, weil allzu oft kein Durchkommen mehr ist, die Sicherheitslage in der Oberen Mangfallstraße sehr am Herzen liegt. Denn er selbst hat bei seinen regelmäßigen Spaziergängen nicht nur einmal brenzlige Situationen mit radelnden Kindern miterleben müssen – Gedanken, die ihn noch heute den Atem stocken lassen. „Muss denn erst etwas Schlimmes passieren, bis die Stadt tätig wird?“, fragt sich deshalb der rüstige Rentner – und wird nicht müde, mit immer neuen Schreiben Stadt und Bürgermeister auf Trab zu halten.
Und in der Tat: Es tut sich was im Bereich Schwimmbad. Ganz aktuell hat die Stadt neue Halteverbotsschilder entlang des Freibad-Parkplatzes anbringen lassen. Sie sollen zusätzlich noch um eine Zickzack-Markierung ergänzt werden, die dieser Tage aufgemalt werden soll, wie Kolbermoors Ordnungsamtsleiter Albert Paukert auf Anfrage unserer Zeitung versichert. Überdies fänden regelmäßig Kontrollen durch die kommunale Verkehrsüberwachung statt. An heißen Tagen liegt der Kontroll-Schwerpunkt in der Mangfallstadt im Bereich rund ums Freibad, wie Paukert ergänzt.
Vor-Ort-Termin
mit der Polizei
Doch damit nicht genug: Paukert hat sich gestern zusammen mit der Polizei Bad Aibling ein Bild von der Lage vor Ort gemacht – um weitere Maßnahmen zu diskutieren und gegebenenfalls in die Wege zu leiten.
Dass es einer Lösung bedarf, da ist der Ordnungsamts-Chef mit den geplagten Anwohnern einer Meinung. Doch eine ganze Flut an Beschilderungen – das widerstrebt ihm dann doch. „Es ist wirklich schwierig, denn im Prinzip handelt es sich nur um 20 bis 30 Tage im Jahr, an denen so viel los ist“, weiß Paukert. „Und dann so massive Maßnahmen treffen?“ Gleichzeitig, unterstreicht er, will die Stadt das Problem aber nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Eine Option, die geplagte Anlieger immer wieder vorschlagen: zeitlich beschränkte Halteverbotsschilder – doch diesen steht Paukert skeptisch gegenüber, das hat ihn seine langjährige Erfahrung im Ordnungsamt gelehrt: Ist ein Halteverbotsschild nicht 24 Stunden am Tag gültig, sondern nur eine gewisse Zeitspanne, wird sich oftmals nicht mehr daran gehalten – „die Wertigkeit ist mit einem Zusatz nicht mehr so gegeben“, ist Paukert überzeugt.
Des Weiteren befürchtet der Ordnungsamts-Chef, dass durch exzessive Halteverbotsbeschilderung entlang der Oberen Mangfallstraße das Parkproblem nur in andere, umliegende Straßen verlagert wird – und gleichzeitig auf der dann freien Straße schneller gefahren wird. „Wir müssen deshalb die Lage objektiv sehen und in alle Richtungen überlegen“, so Paukert. Und er verspricht: „Wir sind am Ball.“
Feuerwehrautos:
Breite reicht aus
Eine Sorge, die die geplagten Anlieger ebenfalls umtreibt: Käme im Ernstfall angesichts der teils beidseitig zugeparkten Straßen überhaupt noch ein Feuerwehrauto durch? Durchaus, winkt diesbezüglich Albert Paukert ab, der selbst lange Jahre Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor war. „Die Durchfahrtsbreite für ein Feuerwehrauto ist gegeben“, versichert er. Die Einsatzfahrzeuge hätten eine maximale Breite von 2,20 bis 2,30 Metern – „dafür reicht der Platz aus.“
Im Notfall also kein Problem – dennoch stehen den Anwohnern südlich der Mangfall auch in nächster Zeit wieder heiße Tage bevor, wenn Hochsaison herrscht im Kolbermoorer Freibad, das auch über die Stadtgrenzen hinaus beliebt ist und gerne angefahren wird. „Es ist ja schön, dass so viele unser Schwimmbad nutzen, aber es müsste ja nicht jeder bis vor die Haustüre fahren“, stöhnt Paukert – und hofft nun auf zündende Ideen beim Vor-Ort-Termin mit der Aiblinger Polizei.