Abbau ist Millimeterarbeit

von Redaktion

Kriegerdenkmal In Bestandteile zerlegt, kommt es zur Renovierung nach München

Kolbermoor –Die Einzelteile wiegen zwischen zweieinhalb und drei Tonnen. Sie sind marode, der Zahn der Zeit hat an ihnen genagt. Kein Wunder, schließlich steht das Kriegerdenkmal seit 1924 auf dem Vorplatz des Alten Friedhofs. Zwei Säulen sind eingesunken, in den Steinen sind Risse, die Reliefs sind ausgewaschen und die Farbe der Namen ist abgeblättert. Von Montag bis gestern wurde das Mahnmal abgebaut – und soll in München bei der Firma Dr. Pfanner saniert werden.

Mahnmal in

Einzelteile zerlegt

Zwei Mitarbeiter der Firma waren bei den Abbau-Arbeiten vor Ort. „Es ist Millimeterarbeit“, sagt Steinmetz Christofek Wieslaw. Einen Tag zuvor, am Montag, wurden schon die speziellen Verankerungen durchtrennt, damit das Mahnmal in seine Einzelteile zerlegt werden kann.

Die Männer steigen aufs Gerüst und legen Taue um ein Teil. Dann ist Kranführer Markus Fischer am Zug. Vorsichtig zieht er an – der Quader bewegt sich langsam Richtung Himmel, vorbei am Denkmal und Richtung Erdboden.

Dort warten Wieslaw und sein Kollege. Vorsichtig bugsieren sie den Quader vorbei an den Gedenkplatten auf eine Holzpalette. Es knackt. Die Palette gibt nach. Der Kranführer zieht wieder an. Und die Männer schieben den Quader, der noch in der Luft hängt, vorsichtig in Position. Langsam wird er heruntergelassen.

Es erinnert an Tetris. Wieslaw lacht. „Wir müssen aufpassen, dass keine Ecken wegbrechen“, sagt er. Denn das Material sei verhältnismäßig weich, so der Experte. Es sei eben kein Granit, sondern Muschelkalk.

Material hin oder her: „Es ist schon etwas Besonderes, so ein Denkmal abzubauen“, sagt der Steinmetz, der unter anderem auch für die Sanierung zuständig ist. Er gibt beispielsweise den Namen der Gefallenen einen neuen Anstrich. Auch Fischer hebt mit seinem Kran nicht täglich alte Denkmäler, sagt er und lacht. Die Arbeiten dauerten den ganzen Dienstag, erst gestern sind zwei Lkw gekommen, sie bringen das Kolbermoorer Kriegerdenkmal nach München in die Maxvorstadt.

Im Oktober soll es an Ort und Stelle wieder aufgestellt werden – auf ein neues Fundament. Die vier bisherigen Sockel werden entfernt. Rund 60000 Euro kostet die Maßnahme. Die laut Bauamtsleiter Andreas Meixner „dringend notwendig war“. Dann ist das Kolbermoorer Mahnmal, das erstmals komplett saniert wird, wieder in Schuss – und an seinem Platz.

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