Kolbermoor – Stefanie Sarnoch (51) kann sich noch gut an ihre eigene Kindheit erinnern: „Ich war damals so neugierig und wollte auf alles eine Antwort“, erinnert sie sich. Aber am meisten hat sie interessiert, welche Märchen in dem dicken Buch der Gebrüder Grimm stehen –„und so habe ich mir mit fünf Jahren selbst das Lesen beigebracht.“
Einmaleins-Treppe
war ihre Idee
Mittlerweile unterstützt sie Kinder als Hausaufgabenhilfe an der Adolf-Rasp-Schule. Und das macht Steffi, so nennen die Kinder sie liebevoll, anders als die anderen: „In Mathe male ich, Reime singe ich und Deutsch wird gespielt“, erklärt sie.
Kein Wunder, dass die Einmaleins-Treppe in der Schule von Sarnoch realisiert wurde. „So möchte ich den Kindern die Chance geben und ihnen helfen bei täglicher unbewusster Wahrnehmung, ohne direkt lernen zu müssen, das Einmaleins zu verinnerlichen“, sagt Sarnoch.
Kinder stark
fürs Leben machen
Sarnoch ist begeistert von ihren Schülern: „Sie sind unsere Zukunft. Je mehr wir ihnen unsere Zeit schenken, ihnen helfen und zeigen, dass Lernen Spaß macht, sie für ihre Leistung loben, umso eher und schneller erkennen sie ihre wahre Größe, ihre Chance im Leben alles werden zu können, was sie sich wünschen.“ Und: „Auch für uns Alte kann dies ja dann nur ein Vorteil sein“, sagt Sarnoch und lacht.
Sie ist fast jeden Tag im Einsatz je eine Stunde und dann treffen sich die Schüler mit ihrer Steffi im Hausaufgabenbetreuungszimmer. Wenn es hakt, animiert Sarnoch die Schüler, gemeinsam auf eine Lösung zu kommen.
Sarnoch ist vor vier Jahren nach Kolbermoor gezogen, vorher war sie beim Galli Theater in Hamburg tätig und hat unter anderem Kindern in Ferienworkshops das Theaterspielen näher gebracht.
Kurz nach ihrem Umzug nach Kolbermoor ist sie zu Dagmar Badura vom Mangfall-Treff gegangen und hat gesagt: „Hier bin ich, ich möchte gerne ehrenamtlich tätig sein.“
Gesagt, getan. Das musste Sarnoch Dagmar Badura nicht zweimal sagen. Seither unterstützt sie die Kinder – spielt Deutsch, malt Mathe.
Und wenn sie fertig sind, hat Stefanie Sarnoch verschiedene Ideen, wie „Stadt, Land, Fluss“ zum Beispiel. Und wenn ihr rein gar nichts einfällt, singt sie Reime, die dann sitzen und die Kinder nie vergessen – dank ihrer Steffi.