Kolbermoor – Für die jüngeren Kolbermoorer ist es nur schwer vorstellbar, dass der Platz vor dem alten Rathaus einst voller Autos war und die Straßen befahren wurden. Genau so wenig wie die Tatsache, dass es eine Zeit gab, in der es in Kolbermoor kein Bürgerfest gab.
Großer Höhepunkt
im Festkalender
Der Erzählung nach, soll nämlich das Einweihungsfest zur verkehrsberuhigten Zone 1981 ein so großer Erfolg gewesen sein, dass man beschloss, es zu wiederholen. Daraus entwickelte sich das Kolbermoorer Bürgerfest. Eine Veranstaltung, die man heute als einen großen Höhepunkt im städtischen Festkalender bezeichnen kann.
Zunächst wurde das Fest jahrzehntelang vom Kolbermoorer Gewerbeverband veranstaltet – 2018 ging die Organisation an die Kolbermoorer Vereine über. Ein Wechsel, der für die Vereine insofern ein großer Erfolg war, als er von den Besuchern überhaupt nicht wahrgenommen wurde: Es klappte alles so reibungslos wie immer.
Für die neuen Organisatoren kein Anlass, sich auszuruhen. Sondern vielmehr Ansporn, weiter am Erfolg zu arbeiten. Nicht, dass man grundsätzlich etwas verändern möchte. Wast Voit, Vorsitzender „Bürgerfestverein Kolbermoor“, betont, ein gut funktionierendes Prinzip solle man nicht auf den Kopf stellen.
Das bedeutet aber nicht, dass man Neuerungen ablehne: Heuer ist das Kinderprogramm etwas umfangreicher als bisher – und künftig soll es weiter ausgebaut werden. Für Wast Voit ist es wichtig, denn „das Kümmern um den Nachwuchs ist etwas, was wesentlich die Arbeit jedes Vereins bestimmt. Nur so lassen sich Tradition, Brauchtum und Geselligkeit, aber auch die Vielfältigkeit im Stadtleben für die Zukunft sichern“.
Vielfalt ist überhaupt das Stichwort: Auch heuer sei man froh darüber, dass sich viele Vereine und Einrichtungen mit Darbietungen präsentieren. „Eine Beteiligung, die man auch in Zukunft nach Kräften fördern wird“, so Voit. Denn, dass sich was rührt und dass es bunt ist, das war von jeher die Eigenheit des Kolbermoorer Bürgerfestes.
Christian Poitsch vom Stadtmarketing zum Beispiel erinnert sich, dass das Kolbermoorer Fest vom Anfang auch bei Aiblinger Jugendlichen eine fixe Größe war: „In Aibling spielte auf Festen damals nur die Stadtkapelle, was wir in dem Alter ziemlich ätzend fanden. In Kolbermoor dagegen war viel mehr los, da gab es immer verschiedene Gruppen, die Musik machten, oder was zeigten.“
Ein Muss für die
Kolbermoorer
Das Fest rund ums alte Rathaus ist im Lauf der Zeit zu etwas geworden, das den Namen Bürgerfest zu Recht verdient. Als Kolbermoorer – egal, ob alt oder jung – müsse man zumindest an einem der beiden Tage dabei gewesen sein, alles andere sei gar nicht möglich, meint Wast Voit. „Da triffst Leute, da kannst‘ ratschen, da wird Kolbermoor auf einmal zum Dorf.“