Kolbermoor – Rund 25 Dritt- und Viertklässler der Adolf-Rasp-Schule bringen ihre Instrumente zum Klingen –und das kostenlos. Die Acht- bis Zehnjährigen nehmen an der Bläserklasse im Rahmen des Projektes „Kultur macht stark“ teil, das seitens der Kolbermoorer Musikschule angeboten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Seit September gibt es die Bläserklasse –und auch im kommenden Schuljahr wird kostenlos weiter musiziert.
Die Dritt- und Viertklässler der Bläserklasse bekommen die Instrumente von der Musikschule gestellt, sie erhalten zweimal wöchentlich Unterricht à 45 Minuten – obendrein gebe es Unterricht in kleinen Gruppen. Spielen müssen die Mädchen und Buben allerdings alleine –und damit es klappt, stehen die Lehrer der Musikschule Martin Stolz, der das Projekt leitet, und Hannes Obermeyer an ihrer Seite.
Jeder Schüler findet
sein Instrument
Im Vorfeld des Unterrichts konnten sich die Mädchen und Buben zwischen Querflöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Tenor- und Bariton-Horn sowie Posaune entscheiden. „Jedes Kind findet sein Instrument“, sagt Stolz. Und so haben die 25 Mädchen und Buben der geförderten Bläserklasse Noten geübt und ihren Instrumenten Töne entlockt.
Anfang Dezember gaben sie ihr erstes Konzert in der Schule: „Als der Nikolaus kam, haben sie Jingle Bells und Lieber guter Nikolaus gespielt.“ Und? „Man konnte die Melodie erkennen“, sagt Stolz. Darüber hinaus gab es noch ein kleines Konzert in der Schule –„Pipi Langstrumpf“ und „Dudeldü“ wurde präsentiert. „Dudeldü“? Klingt nach Loriots „Jodeldiplom“. „Stimmt“, sagt Musiklehrer Stolz und lacht, aber damit habe es nichts zu tun. Am 1. Mai gab die Bläserklasse ihr erstes Konzert außerhalb der Schulmauern: Sie traten beim Maibaum-Fest auf.
Jedem Kind die
Chance geben
Ziel des musikalischen Projektes ist es unter anderem, „Kindern aus Familien, bei denen Instrumente keine Rolle spielen oder beispielsweise das Geld knapp ist, zu ermöglichen, ein Instrument zu erlernen“, so Stolz. „Wir wollen ihnen eine Tür zur Musik öffnen“, sagt er.
Und das gelingt: „Denn rund 95 Prozent der Kinder sind begeistert und üben fleißig.“ Falls nicht, haben sie auch die Möglichkeit, die Bläserklasse zu verlassen – so können andere nachrücken. Und so sind von den anfangs 25 Schülern noch 22 dabei –drei neue kamen hinzu. Obendrein sei die soziale Komponente wichtig: „Es ist kein Gegeneinander, sondern immer ein Miteinander.“
Die Musikschule denkt auch einen Schritt weiter: Wenn die Viertklässler jetzt an weiterführende Schulen gehen, haben sie weiterhin Möglichkeit, zu musizieren. Obermaier: „Im Herbst startet an der Musikschule das Ensemble ,Bläserbande‘ – dort können die Kinder weitermachen.“
Die Klasse besteht seit letztem Schuljahr. „Damals haben wir den Förderantrag gestellt“, sagt Musikschul-Leiter Günther Obermeier. Prompt kam die Zusage – rund 125000 Euro kamen vom Bund. Das reichte aber nicht aus und so sprang die Stiftung der Musikschule, die Stadt und die Sparkasse ein. Fürs kommende Schuljahr hat der Bund 25000 Euro zugesichert, erklärt Obermaier, denn das Projekt sei ein „voller Erfolg“.