Kolbermoor – Behinderte, Senioren oder Kinder unterstützen, im Sportverein Fußballtrainer sein, bei der Tafel die Lebensmittel von den Geschäften abholen, bei der Feuerwehr anpacken: Das Spektrum, in dem sich ehrenamtliche Helfer engagieren, ist unendlich.
Es gibt fast keinen Bereich, in dem Helfer nicht mit anpacken. So sind auch beispielsweise die Kolbermoorer Stadträte ehrenamtlich tätig, denn dieser Posten ist auch ein Ehrenamt. Eines der ältesten ist das der Feldgeschworenen – von ihnen gibt es sechs in der Mangfall-Stadt. In loser Reihenfolge werden jetzt ehrenamtliche Helfer in Kolbermoor vorgestellt.
Es fußt so viel
auf dem Ehrenamt
Was wäre Kolbermoor ohne das Ehrenamt? „Wir wären in einer ganz schwierigen Situation“, sagt Elisabeth Kalenberg, Geschäftsleiterin im Rathaus zum Mangfall-Boten. Und weiter: „Es fußt einfach so viel auf dem Ehrenamt“, sagt sie weiter. Auch Kalenberg engagiert sich ehrenamtlich beim Patenprojekt „Jugend in Arbeit“.
Sie spricht beispielsweise die Tätigkeiten in Sportvereinen an: Schließlich verbringen dort viele Jugendliche ihre Freizeit – Hunderte sind dort aktiv. Dort sporteln sie nicht nur, sondern erleben auch Teamgeist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl –und das alles dank der ehrenamtlichen Trainer und Co. Des Weiteren denkt Kalenberg an den Helferkreis „Asyl“ – „ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wären wir bei der damaligen Flüchtlingswelle verloren gewesen“, sagt sie. Und bis heute ist der Helferkreis aktiv und engagiert sich. Apropos Welle: Beim Hochwasser 2013 halfen ebenfalls unzählige tatkräftig mit, beispielsweise die Feuerwehr, die rund um die Uhr im Einsatz war. Kurz: „Das Ehrenamt ist aus der Gesellschaft nicht wegzudenken.“
Wie viele Kolbermoorer sich ehrenamtlich engagieren, kann Kalenberg nicht sagen, denn es werden keine Daten gebündelt bei der Stadt erhoben. Was Kalenberg aber auffällt, ist, dass „nur wenige Kolbermoorer die Ehrenamtskarte nutzen“.
Karte gibt es
beim Landratsamt
Das weiß sie anhand der Zahlen: Der Stadtbus und auch die Bücherei haben nur zehn bis 15 Personen registriert, die eine Ehrenamtskarte vorgezeigt haben, ebenso das Schwimmbad in der Stadt. 15 Saisonkarten und zehn Zwölferkarten wurden ermäßigt via Ehrenamtskarte herausgebeben, erklärt Elisabeth Kalenberg.
Denn mit dieser Karte erhält man in Kolbermoor Vergünstigungen (siehe Kasten). Erhältlich ist sie beim Landratsamt. Allerdings ist der Erhalt an bestimmte Voraussetzungen geknüpft: So muss der Bürger beispielsweise zwei Jahre ehrenamtlich und mindestens durchschnittlich fünf Stunden pro Woche tätig sein. Aber wie viele Kolbermoorer besitzen eine? „Aktuell haben etwa 74 Bürger eine blaue Ehrenamtskarte und neun Personen sind im Besitz einer goldenen Ehrenamtskarte“, sagt Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes.
Sie erklärt: Die blaue Ehrenamtskarte ist nach der Ausstellung zunächst drei Jahre gültig, kann aber verlängert werden. Die goldene Ehrenamtskarte gilt lebenslang. In diesem Jahr wurden bisher 14 blaue und zwei goldene Ehrenamtskarten für Bürger aus Kolbermoor beantragt.“ Ob diese Zahl gestiegen ist, kann Krug nicht sagen. Nur so viel: „Der allgemeine Trend im Landkreis Rosenheim zeigt aber, dass die Zahl der Anträge gestiegen ist.“