Kolbermoor – Hildegard (75) und Günter (78) Czizegg sind fassungslos: Vor vier Wochen sind sie nach Kolbermoor an den Mangfallring gezogen und jetzt wurde ihr 3000 Euro teures Elektrorad aus der Tiefgarage gestohlen.
Um der Wohnung den letzten Schliff zu verpassen, wollten sie am Montagmorgen zu einem Gardinengeschäft fahren. Als sie in die Tiefgarage gingen, bemerkte Günter Czizegg sofort: „Oh Gott, mein Rad ist gestohlen – mein Ein und Alles.“ Sofort erstattete er Anzeige bei der Polizei in Bad Aibling.
Versperrte Räder
stoppten Täter nicht
Czizegg war dort mit seiner Anzeige nicht der erste im Juli: Fünf gleichgelagerte Fahrraddiebstähle aus Kellerabteilen und Tiefgaragen im Bereich des Mangfallrings wurden zur Anzeige gebracht, teilt Manuel Sohn, Sachbearbeiter „Einsatz“ der Bad Aiblinger Polizei mit. Binnen knapp vier Wochen fünf gestohlene Räder in einem kleinen Radius sind auch für die Polizei neu –„das gab es so in Kolbermoor noch nicht“, sagt Sohn. Ein Rad soll sogar aus einem versperrten Kellerabteil gestohlen worden sein, die Täter verschafften sich Zugang, indem sie die Tür aufbrachen. Und: „Alle Räder waren abgeschlossen.“ Auch das stoppte die Täter nicht.
„Die hiesige Polizeiinspektion ermittelt mit Hochdruck an der Aufklärung der Taten“, sagt er. Kurz: Spurensicherung, vermehrte Fahrradkontrollen sowie Streifenfahrten in den Gebieten sowie Ausschreibung der individuellen Rahmennummern. Das bedeutet: Diese Nummern sind in einem Schengenweiten-System abrufbar, erklärt Sohn. Sollte also irgendwo ein Rad mit der Nummer auftauchen, kann es via Computerprogramm gefunden werden.
Eine Rahmennummer hatte auch das Elektrorad von Czizegg. Er hatte es in Österreich gekauft und im neuen Zuhause extra einen breiten Tiefgaragenparkplatz anvissiert –„damit das Radl sicher abgeschlossen neben dem Auto Platz hat“, erklärt er dem Mangfall-Boten. Denn er sei weite Strecken mit dem Elektrorad unterwegs und „liebt sein Rad“. Czizegg glaubt nicht, dass es wieder auftaucht –auch die Polizei ist skeptisch.
Czizegg hat umgehend die Hausverwaltung informiert. Die zum einen eine Rundmail an alle Eigentümer versendet haben will und zum anderen „einen Aushang an den Haustüren hat anbringen lassen, dass diese zwingend geschlossen gehalten werden müssen“, heißt es in einem Schreiben der Hausverwaltung, das der Redaktion vorliegt. Ob der Hausverwaltung weitere Diebstähle vorliegen ist nicht bekannt, sie war auf Anfrage nicht zu erreichen.
„Bitte Türen geschlossen halten.“ Diese Hinweisschilder hängen zum einen an dem Fahrradhäuschen vor dem Haus und an der Eingangstür. „Die war nämlich immer auf und so konnte jeder rein und raus“, sagt Czizegg. So erklärt er sich auch den Tathergang: „Die Täter sind über den Hausflur in die Garagen und Keller und konnten die Räder stehlen.“ Das Ehepaar Czizegg hat jetzt nur noch ein Elektrorad, das gehört Günter Czizeggs Frau Hildegard. Das steht bei ihrem Sohn im Keller, er wohnt auch in Kolbermoor. „Und dort bleibt es auch.“