Hier wimmelt Rosenheim

von Redaktion

Felix Steffan (30) arbeitet an einem Ableger der bekannten Buchreihe

Rosenheim – Klare Konturen, prächtige Farben und viel Detail: Felix Steffan (30) arbeitet an einem Wimmelbuch über Rosenheim. Das Buch besteht aus neun Seiten. Sie zeigen Szenen aus dem Leben in der Stadt, Menschen, die ihrem Alltag nachgehen. Und alles ist miteinander verwoben. Im Dezember soll das Buch fertig sein – pünktlich zu Weihnachten. Eineinhalb Jahre lang hat der Rosenheimer dann an ihm gearbeitet.

Max-Josefs-Platz

und Co. illustriert

Konzentriert sitzt Felix Steffan vor einem A4-Bild. Es zeigt den Max-Josefs-Platz. Im Hintergrund blitzt die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus hinter der bunten Häuserzeile hervor. Im Vordergrund ist der Nepomukbrunnen zu sehen. Ein Bub fährt auf dem Skateboard, ein Clown mit bunten Luftballons ist zu sehen und eine junge Mutter mit Kinderwagen.

In der rechten Hand hält Steffan einen dünnen Pinsel, trägt blaue Farbe auf. Er malt eine der Fassaden aus. Er arbeitet langsam, macht Pausen. Links auf dem Tisch steht ein Tuschekasten mit kleinen Farbabteilungen. Das Gelb gibt es in unterschiedlichen Nuancen. Das Rot ebenso.

Kunstwerke in

Tusche und Aquarell

Steffan liebt das Zeichnen, er mag detailreiche Bilder, die viele Geschichten erzählen. Nach seiner schulischen Laufbahn am Ignaz-Günther-Gymnasium studierte er Kunstgeschichte in München. Auch während seiner Studienzeit malte er weiter, spezialisiert sich auf kleinteilige Bilder, gemalt mit Tusche und Aquarell. Nach und nach spielt er mit dem Gedanken, ein Wimmelbuch zu entwerfen, auch weil es „in Rosenheim so etwas noch nicht gibt“. Am Anfang sollte es lediglich ein Buch für Familie und Freunde werden. Etwas, das seinen zwei Nichten und zwei Neffen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch Steffan will mehr, träumt größer. Er will, dass alle etwas von seiner Arbeit haben, will ein Buch über und für die Stadt machen.

Er überlegt, welche Orte in Frage kommen, welche Motive unbedingt ins Buch müssen. Dass der Max-Josefs-Platz dabei sein muss, ist für Steffan von Anfang an klar. Auch der Grüne Markt, das Herbstfest, der Salzstadl, der Verkehr am Busbahnhof, die grüne Oase im Riedergarten und die Wikingerausstellung im Lokschuppen müssen mit.

Und damit sich auch die Leser aus der Region an dem Buch erfreuen können, gibt es Zeichnungen vom Simssee, vom Heuberg und Baierbach. Insgesamt neun Bilder, inklusive Titelbild. Ursprünglich waren zwölf Bilder geplant gewesen. Das Problem: Je mehr Bilder im Buch sind, umso teurer wird es. „Ich kann für mein Buch keine 30 Euro verlangen.“

Steffan besucht die Orte, schaut sich Bilder im Internet an. Er achtet auf die Architektur, setzt sich mit der Geometrie von Fenstern und Türrahmen auseinander. Alles, damit die Perspektive stimmt. „Mein Ziel war es von Anfang an, die Zeichnungen so originalgetreu wie möglich anzufertigen, sagt er. Wenn er die wichtigsten Details beisammen hat, beginnt er mit Bleistift die Umrisse der Motive anzulegen. Auch kleinste Elemente finden ihren Platz. Der Fokus liegt für Steffan auf „den schönen Dingen“.

Mit der gezeichneten Umgebung kommen die Figuren, Menschen und Tiere gleichermaßen, aufs Papier. Einige davon sind in allen Szenen zu sehen. Da gibt es den Wanderer, die drei asiatischen Touristen in Lederhosen, ein Pärchen aus Italien, das mit dem Rennrad zu Besuch ist und einen Mann samt Tochter und Hund. Die Mehrheit der Figuren aber ist nur einmal zu sehen. Das Besondere: Jede Figur ist in Bewegung. Es sollte außergewöhnlich sein, ohne unrealistisch zu wirken. „Irgendwann ist mir einfach nichts mehr eingefallen“, sagt Steffan. Freunde helfen mit Ideen. Und am Ende findet sich für beinahe jede der rund 800 Figuren eine Bewegung.

Vier Arbeits-

tage für ein Bild

Für die Zeichnungen auf einem Bild braucht Steffan vier volle Arbeitstage. Im Anschluss werden die Bleistiftstriche mit einem Tuschestift übermalt. „Da muss ich wahnsinnig konzentriert arbeiten. Sobald ein Fehler drin ist, kann er nicht mehr überarbeitet werden“, sagt er. Was jetzt noch fehlt, ist die Farbe auf den Bildern. Das Ausmalen ist eine zeitintensive Aufgabe, die die nächsten Monate in Anspruch nehmen wird.

Trotzdem liegt er gut in der Zeit, plant im Herbst mit allem fertig zu sein. Dann sollen die Bilder digitalisiert werden. Um die Publizierung will er sich selbst kümmern, das nötige „Know-how“, habe er durch seine Tätigkeit bei einem Verlag. Durch die Selbst-Publizierung könne er selbst entscheiden, wo und wie er das Buch vermarkte und an welche Buchhandlungen in der Region er es verkaufe. Den Titel „Rosenheim Wimmelbuch“ hat er sich schützen lassen. Die Weichen sind gestellt. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass seine Idee bei den Menschen ankommen wird.

Mehr Infos ...

...über Steffan und sein Wimmelbuch gibt es auf seiner Website www.taubeundspatz.de. Dort kann man das Buch auch bestellen.

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