Zu den Berichten und Leserbriefen zum Thema Krematorium im Lokalteil:
Liebe Krematorium-Gegner. Ich kann Euch verstehen, Ihr wollt kein Krematorium in der Nachbarschaft – das ist auch verständlich. Aber warum müsst Ihr Ausreden und Märchen erfinden, um den Bau zu verhindern?
Zu laut, es stinkt, es ist umweltschädlich (Quecksilber), der Verkehr der Leichenwägen ist zu viel (aber der Berufsverkehr nicht?!), der Friedhof zu klein, das Gebäude zu groß, die Immobilienpreise fallen (!!!) und vieles mehr.
Wenn so manche Großbäckereien, Eierproduktionen, Autoindustrien et cetera halb so sauber wie ein Krematorium arbeiten würden, wäre es ein großer Schritt für die Umwelt. In Traunstein gab es auch Gegner und Befürworter, es wurde aber sachlich darüber diskutiert, im Gegensatz bei uns (unterste Schublade), da schämt man sich als Kolbermoorer und gebürtiger Mitterhartler.
Übrigens nach der Eröffnung in Traunstein haben sich manche Gegner bei den Betreibern entschuldigt, das ist wahre Größe!!!
Ludwig Nebauer
Kolbermoor
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Es ist lobenswert, dass sich immer mehr Bürger über die Problematik eines Krematoriums informieren. Es gibt dazu nicht nur Werbeveranstaltungen des Betreibers in Traunstein (organisierte Bustouren), sondern auch unzählige Möglichkeiten im Internet nach objektiven Sachverhalten zu recherchieren.
Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass bei einem Betrieb in drei Schichten, potenzielle Störfälle in die Nachtstunden gelegt werden. Zu der Aussage: „Die Öfen halten bis 1500 Grad aus“ sei zu bemerken, dass der Schmelzpunkt bei Stahl bereits bei circa 1400 Grad liegt. Somit ist dieser „Sachverhalt“ mehr als fadenscheinig. Selbst der Betreiber gibt zu, dass ein Teil des Quecksilbers durch den Kamin entweicht. Hier sind bereits „Kleinstmengen“ höchst toxisch.
Daher ist der Vergleich mit Kohlekraft- und Zementwerken nicht zielführend. Ich möchte auch solche Anlagen nicht in Kolbermoor. Zum „Floriansprinzip“ sei zu bemerken, dass sich bereits die meisten umliegenden Städte und Gemeinden gegen ein Krematorium entschieden haben. Bei einem überwiegenden Tag-/und Nachtbetrieb ist es in meinen Augen sehr wohl eine Industrieanlage.
Klaus Zirngast
Kolbermoor
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Es wäre empfehlenswert, den Streit um die Errichtung eines Krematoriums wieder auf objektive Kriterien zurückzuführen, was man leider bisher vermisst hat, vor allem auf Seiten der BI. Mit ständig neuen und ungeprüft vorgebrachten Behauptungen kommt man hier nicht weiter, sondern heizt nur unnötig Emotionen auf.
Unabhängig von der Frage nämlich, ob dem vorgesehenen Standort neben dem neuen Friedhof planungsrechtliche Erwägungen entgegenstehen, was behördlicherseits zu prüfen wäre, unterliegen Krematorien der entsprechenden Bundes-Immissionsschutzverordnung (BimSchV) und damit den emissionsschutzrechtlichen Grenzwerten. Danach werden aufgrund der dort übernommenen Forderungen des Umweltschutzes die Abgase durch Kühlen in Wärmetauchern, Filter et cetera weitestgehend frei von Feinstaub, aber auch insbesondere – nach einer dazu ergangenen Richtlinie – von Quecksilber.
Damit zusammenhängende eventuelle gesundheitsgefährdende Bodenverseuchungen sind bisher nicht bekannt. Zudem wird vom Arbeitskreis kommunale Krematorien im Deutschen Städtetag ein Siegel „Kontrolliertes Krematorium“ vergeben.
Erich Endter
Kolbermoor