Zur Berichterstattung „Krematorium in Kolbermoor“ im Lokalteil“:
Ich wohne in Kolbermoor/Mitterhart, etwa 250 Meter vom Friedhof entfernt. Aber was hier in meiner Nachbarschaft für Fehlinformationen kursieren, bedarf nun eines Widerspruchs. Das bei älteren Menschen das Thema Krematorium Ängste und negative Gefühle hervorruft, kann ich gut verstehen, es ist sicher auch unserer Geschichte geschuldet.
Aber ist es auch notwendig, von der BI mit Halbwahrheiten und Fehlinformationen verunsichert zu werden. Auch werden auf großen Plakaten mit Schlagwörtern wie Quecksilber, rauchenden Schloten, Ängste geschürt.
Die Stadt Kolbermoor gibt sich alle Mühe, über das Thema zu informieren. Aber wenn ich an den ersten Infoabend denke, wo es nicht möglich war ins Detail zu gehen, weil die Sprecher niedergebrüllt wurden, dann frage ich mich worum geht es hier?? Sind die Mitglieder der BI wirklich an einer Info interessiert? Wir mündigen Bürger wollen uns nach objektiver Info, selber ein Bild machen, ob wir für oder dagegen stimmen werden. Oder geht es nur darum Ängste zu schüren.
Nach den Plänen, ist der Platz am Friedhof der ideale Standort. Auch wird das Krematorium nach den neuesten bautechnischen Vorgaben, mit mehrfacher Absauganlage gebaut. Kritiker sollten sich in Traunstein ein objektives Bild machen. Hier von Pietätlosigkeit zu sprechen, ist nicht zu verstehen.
Denn wenn nicht am Friedhof, wo wird Pietät besser gepflegt. Wir werden täglich mit dem Tod konfrontiert. Auch für unsere Kinder sollte es nicht ungewöhnliches sein. Auch wird über den sogenannten „Leichentourismus“ geklagt. Wenn es aber bei Aldi Montag und Donnerstag die Sonderangebote gibt, wird das erhöhte Verkehrsaufkommen von der BI klaglos hingenommen.
Monika Herrmann
Kolbermoor
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Was sagt das aus, wenn ein Krematorium einer Bundes-Immissionsschutzverordnung unterliegt? Herr Endter verweist in seinem Leserbrief darauf, dass auch Krematorien der Immissionsschutzverordnung unterliegen und suggeriert damit, dass somit alles in Ordnung sei. Leider ist das nicht so einfach, wie folgende zwei Beispiele zeigen:
Unsere Kohlekraftwerke blasen inzwischen Jahr für Jahr Tonnen an hochgiftigem Quecksilber in die Umwelt. Das ist besonders gefährlich für Schwangere und Kleinkinder.
Man hätte das für Kosten von einigen Millionen Euro (im einstelligen Bereich!) pro Kohlekraftwerk längst abstellen können.
Die Bundesregierung hat jedoch nicht dafür gesorgt. Dieses Jahr sollen nun strengere Quecksilbergrenzwerte verabschiedet werden. Selbst dann wird Deutschland im Vergleich zu den USA noch eine 2,5- bis 6,7-fach höhere Quecksilberemission erlauben.
Der Ultra-Feinstaub gilt als der gefährlichste Teil des Feinstaubs, weil er in den Atemwegen nicht herausgefiltert wird, sondern direkt in die Blutbahn eindringt. Im Juni dieses Jahres deckte eine TV-Dokumentation auf, dass die Messstationen des Bundesumweltamts nicht in der Lage sind, den Ultra-Feinstaub überhaupt zu messen.
Damit finden auch dort, wo dringend eingegriffen werden müsste, keine Maßnahmen statt.
Jürgen Böhm
Kolbermoor