Leserforum

Guter Ruf ist unbezahlbar: Setzt Kolbermoor seinen aufs Spiel?

von Redaktion

Zur Berichterstattung „Krematorium in Kolbermoor“ im Lokalteil:

Die Stadt Kolbermoor hatte einst einen nicht so guten Ruf wie heute. Lange hat es gedauert, bis dieser Ruf so gut wurde. Wollen wir wirklich zusehen, wie dieser gute Ruf durch eine für Kolbermoor völlig überflüssige Leichenverbrennungs-Industrie mutwillig zerstört wird?

In Deutschland sterben pro Jahr etwa 1,12 Prozent der Einwohner, 932 272 von insgesamt 82,79 Millionen (im Jahr 2017), wovon etwa 55 Prozent der Leichen verbrannt werden. Was ergäbe sich daraus für das Einzugsgebiet für die geplanten Leichenverbrennungen in der Stadt Kolbermoor? Die Frage, die man sich stellen kann, und darum ging es mir, ist doch, für welchen Umkreis braucht man denn solch eine Industrieanlage? Wo sollen die 7000 zu verbrennenden Leichen denn herkommen?

Und die Antwort lautet, dass eine Bevölkerung von rund 1,1 Millionen Bürgern nötig ist, um pro Jahr 7000 Leichen für Verbrennungen zu „liefern“.

Das bedeutet, aus einem Umland mit insgesamt über eine Million Einwohnern sollen alle zu verbrennenden Leichen nach Kolbermoor gekarrt werden und hier industriell verheizt werden. Die ironisch gemeinte „gute“ Nachricht hierbei: Pro Leiche fallen im Durchschnitt für 70 Euro Metallreste an, wie Zahngold oder auch Titan. Das ergibt jährlich eine Summe von 490 000 Euro.

Und fast hätte ich’s vergessen. Der eigentliche Umsatz des Unternehmens: Bei geschätzten 500 Euro pro Verbrennung ergibt sich meinen Berechnungen zufolge ein Jahresumsatz von 35 Millionen Euro. Daher der Kampf, es geht wohl mal wieder ums Geld! Ein guter Ruf ist aber unbezahlbar. Der Name Kolbermoor darf nicht zum Inbegriff für Leichenverbrennungen werden!

Friedrich Jacob

Kolbermoor

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