Zur Berichterstattung „Krematorium in Kolbermoor“ im Lokalteil:
Der Bürgerinitiative geht es beim Krematorium nur noch um die Verhinderung. Vernunft, Sachlichkeit und Fakten bleiben auf der Strecke. Man vermeidet eine Besichtigung des Traunsteiner Krematoriums und vergeht sich lieber in Behauptungen und Spekulationen.
Das Schlagwort ist jetzt „Quecksilber“. Aber niemand erklärt, woher das kommt. Frau Schindler zum Beispiel zitiert ein Gutachten der Crem Tec GmbH von 2016. Das hat sie sicher nie selbst gelesen, dabei ist es aber sehr aussagekräftig. Dort steht unter anderem, dass in Krematorien Quecksilber durch die Verbrennung von Zahn-Amalgam entsteht.
Dies wird seit Jahren aber nicht mehr verwendet und ist durch andere Werkstoffe ersetzt worden. Also ist diese Ursache rückläufig. Im Gutachten wurden für alle Krematorien in Deutschland nur 0,6 Prozent der Gesamtverunreinigung durch Quecksilber nachgewiesen. Die wesentlichen Verursacher sind neben den Kraftwerken wir, die privaten Haushalte!
Bei der ganzen emotionalen Diskussion sollte man auch bedenken, dass es gesetzliche Normen gibt. So liegen die zulässigen Werte in Wohngebieten bei 20 mg/kg. Für Gebiete um Krematorien wurden im genannten Gutachten 0,15 bis 0,42 mg/kg ausgewiesen. Also gibt es rechtlich keine Bedenken gegen das Krematorium an diesem Standort!
Auch Meinungen, Friedhof und Krematorium passen nicht zusammen, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt so manchen traditionsreichen Friedhof, wo das sehr gut funktioniert, zum Beispiel der Kommunalfriedhof in Salzburg oder der Südfriedhof am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Das sind mittlerweile sogar viel besuchte Sehenswürdigkeiten.
Karin Fischer
Mitterhart