Zur Berichterstattung über das geplante Krematorium in Kolbermoor im Lokalteil:
Wenn Herr Bürgermeister Kloo die Aussage tätigt: „Ein Friedhof muss kostendeckend sein“, muss man dem entgegenstellen, dass eine solche Einrichtung eine öffentliche Pflichtaufgabe ist. Es ist üblich, dass sich verschiedene Einrichtungen einer Stadt finanziell nicht selbst tragen. Sind es nun Kindergärten, die mit erheblichen Zuzahlungen unterstützt werden, oder auch der Stadtbus, der im Jahr ein Defizit von etwa 250000 Euro aufweist und trotzdem weiter fährt.
Nur um Missverständnisse im Vorfeld auszuräumen: Beides sind wunderbare und wichtige Einrichtungen für die Kolbermoorer Bürger, die diese finanzielle Unterstützung rechtfertigen. Nicht die einzelnen Einrichtungen müssen kostendeckend sein, sondern der Gesamthaushalt der Stadt darf keinen Gewinn und sollte keinen Verlust aufweisen. Insofern ist es hier äußerst fragwürdig, die Ängste vor höheren Gebühren zu schüren.
Es werden auch nicht die Kindergartengebühren oder die Tickets für den Stadtbus entsprechend erhöht. Was die eventuell zu erwartende Gewerbesteuer anbelangt, bleibt erst einmal abzuwarten, wie viele Jahre es dauern wird, bis die Investitionskosten abgesetzt sind und wie hoch diese ausfällt. Auch spricht Herr Kloo aus finanziellen Gründen von der besseren Auslastung der Aussegnungshalle.
Wie wäre es, wenn der Sitzungssaal der Stadt Kolbermoor auch für andere Veranstaltungen freigegeben würde, da dieser auch nur an manchen Tagen stundenweise belegt ist.
Zum Bedarf: Laut Internetseite der Stadt München ist genügend Kapazität vorhanden, um den Münchner Bedarf und den südbayerischen Raum abzudecken. Die derzeitige Wartezeit beträgt drei Arbeitstage.
Leo Weese
Kolbermoor