Einsatz oft im Doppelpack

von Redaktion

„Mein Ehrenamt und ich“: Pullacher Wehr

Pullach – Anpacken: Das kann und muss man bei der Feuerwehr und genau deshalb fühlen sich Melanie und Fabian Tschiche, 27 und 28 Jahre alt, wohl in ihrem Ehrenamt bei der Pullacher Wehr. Sich überhaupt ehrenamtlich zu engagieren, stand für das junge Ehepaar stets außer Frage, sie kannten es aus ihren Elternhäusern nicht anders. Der Vater von Fabian Tschiche ist Kommandant der Wehr, die Eltern von Melanie Tschiche haben sich ebenfalls lange Zeit ehrenamtlich engagiert. Von daher wohl auch der Wunsch der beiden, sich im aktiven Dienst einer Feuerwehr einzubringen.

Von Erster Hilfe

bis Schneechaos

„Die Aufgabenpalette der Feuerwehr reicht weit“, sagen sie. Sie erstreckt sich von der Technischen Hilfeleistung sowie der Ersten Hilfe bei Unfällen über Unterstützung bei der Vermisstensuche bis hin zum Einsatz bei Naturkatastrophen. Das Mangfall-Hochwasser 2013 oder das Schneechaos Anfang des Jahres in den Alpentälern, wo die Feuerwehren einen wichtigen Beitrag leisteten, sind vielen noch in Erinnerung. „Die Brandeinsätze nehmen immer mehr ab und werden durch andere Einsatzarten wie beispielsweise die Tierrettung abgelöst.“

„Es ist nicht zuletzt diese Abwechslung, die den Dienst interessant macht“, erzählen die beiden. Wenn der Alarm geht, weiß man nie, was einen erwartet. Und natürlich ist da dann ein „hochgeschnellter Adrenalinpegel. Wobei man nicht böse ist, wenn es am Ende wieder einmal nur um die Beseitigung einer Ölspur geht: Es ist einem fünfmal lieber, eine Ölspur zu beseitigen, als bei einem Unfall eine schwerstverletzte Person retten zu müssen.“

Falls das doch einmal der Fall ist, haben die beiden den Vorteil, dass sie beide Dienst tun und im Anschluss miteinander reden können: „Wir haben ja beide das Gleiche gesehen, da spricht es sich leichter als mit einem unbeteiligten Familienangehörigen, den man vielleicht nicht auch noch belasten möchte.“

Doch auch ohne Einsatz wird ihnen nicht langweilig. Neben der eigenen Fortbildung und den wöchentlichen Übungen kümmern sie sich um die Jugendgruppe der Feuerwehr. „Feuerwehrnachwuchs zu gewinnen, ist auch für die Pullacher eine wichtige Aufgabe, da diese schließlich später in die aktive Mannschaft übergehen.“ Denn gerade tagsüber sei es für viele Einsatzdienste schwierig, im Alarmfall die Fahrzeuge zu füllen. Spätestens mit Berufsstart werde es immer schwieriger, die Mannschaft beisammenzuhalten, da viele nicht mehr in der direkten Umgebung arbeiten.

Dass beim Nachwuchs auch Mädchen willkommen sind, ist zumindest für die Pullacher Feuerwehr selbstverständlich. Melanie Tschiche, die derzeit noch eine Feuerwehrkollegin hat, erzählt, dass es hier spätestens im Einsatz volle Gleichberechtigung gäbe: „Da zählt nur, ob er oder sie sein Aufgabenfeld beherrscht.“ Allenfalls außerhalb der Einsätze gäbe es bisweilen die eine oder andere Frozzelei, „aber da darf man halt nicht auf den Mund gefallen sein“.

Es sei sowieso nur eine Kabbelei unter Freunden, denn mit ein Grund für die Attraktivität des Feuerwehrdienstes ist für die beiden auch, dass man hier wie eine große Familie sei, „die dann auch noch einen großen Bekanntenkreis hat, denn natürlich kennt man auch die Leute aus den Feuerwehrwehren der umliegenden Gemeinden.“ Da wachsen echte Freundschaften, was die beiden zu dem Fazit bringt: „Was gibt es Schöneres, als seine Freizeit in der Gewissheit zu verbringen, dass man was wirklich Sinnvolles macht, zusammen mit Freunden und – in unserem Fall – sogar noch mit dem eigenen Partner.“

Aktiv bei der Feuerwehr

Wer sich bei der Pullacher Feuerwehr engagieren möchte, wendet sich an den Kommandanten Josef Hofmann unter Telefon 0171/ 5707088 oder per E-Mail unter kommandant@
ffw-pullach.de.

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