Kolbermoor – Der im August vergangenen Jahres verstorbene Kolbermoorer Schmied und Gestalter Walter B. Still, genannt Wasti, wurde jetzt bei der Schmiede-Weltmeisterschaft im italienischen Stia posthum geehrt. Bei der Eröffnungsfeier der Biennale in der toskanischen Ortschaft wurde eine Skulptur enthüllt, die dort dauerhaft an das Kolbermoorer Urgestein erinnern soll.
In Gegenwart von Landes- und Stadtpolitik und im Beisein seiner letzten Partnerin Monika Gerbig wurde die Arbeit – geschaffen von italienischen Schmiedefreunden – vorgestellt. Der endgültige Standort für die circa 4,5 Meter hohe Eisenskulptur steht noch nicht fest.
Der Grund für die Ehrung: Walter Still betrieb viele Jahre die private Lehreinrichtung „Internationale Akademie für Kunstgeschichte und Gestaltung“ (AISAF) in Stia in der Toskana. In der Nähe des Toskana-Städtchens hatte Still neben Kolbermoor seinen zweiten Wohnsitz. Die Kultur- und Architektur der Toskana hat ihn bis zuletzt fasziniert. Viele Bürger Stias erinnern sich gerne an den umtriebigen Schmied.
Walter B. Still war Mitbegründer und einige Jahre lang Triebfeder der Schmiedebiennale in Kolbermoor. Im Team mit dem Wolfratshauser Kunstschmied Tom Carstens schaffte Walter Still bei der Weltmeisterschaft der Schmiede in Stia einen dritten Platz und später den Titel „Vizeweltmeister“ (wir berichteten). In dem Toskanastädtchen Pratovecchio-Stia erinnert eine große Kreisverkehr-Skulptur an ihren Schöpfer Walter Still. Jetzt kommt eine zweite künstlerische Arbeit dazu.
Bei der Weltmeisterschaft am vergangenen Wochenende war sein Schmiede-Freund Tom Carstens wieder mit von der Partie. Er startete zusammen mit Alfred und Eric Bullermann, Hans und Leon Lippert sowie Florian Upmann beim Teamwettbewerb. Carstens: „Wir haben uns als Team Germania 2 angemeldet. Unter dieser Bezeichnung sind wir auch bei den erfolgreichen Meisterschaften mit Walter Still angetreten. Ich wollte mit dieser Geste ebenfalls ein Erinnerungszeichen setzen.“ Eine Geste, die von Erfolg gekrönt wurde: Denn Germania 2 errang gegen starke Teams aus aller Welt den Vize-Weltmeistertitel.