Kolbermoor – Historische Raritäten wie Bulldogs, Standmotoren, „Stamo“ genannt, die im vorigen Jahrhundert die bäuerliche Arbeit erleichterten sowie Autos, Lkws, Motorräder und „Schnauferl“ unter dem Gesichtspunkt „Oldtimer“, haben ihren Reiz. So konnte man beim achten Oldtimertreffen auf dem Gelände von Sepp Spielvogel in der Aiblinger Au etwa 80 historische, motorisierte Exemplare bestaunen.
Es sollte, nach Angaben der Verantwortlichen der Kolbermoorer Oldtimerfreunde Sepp Spielvogel und Peter Riedl, „ein herrliches Zusammenkommen gleichgesinnter Freaks gut erhaltener Sammlerstücke“ werden. Vor der Einfahrt zum Gelände wies ein in der Luft hängender Eicher „Typ L28“, Baujahr 1952 auf das Treffen hin.
Fachsimpeln
über Fahrzeuge
Die Bulldog- und Oldtimerfreunde sowie benachbarte gleichgesinnte Vereine wurden auch vom regnerischen Wetter nicht abgeschreckt. Den äußeren Umständen angepasst, wurde unter Schirmen vor den Geräten und Maschinen oder in der angenehm temperierten Halle gefachsimpelt.
Auch die Aussteller freuten sich über die vielen Besucher. So auch Michael Engl aus Kolbermoor, der mit seinem komplett restaurierten Einzylinder Standmotor der Marke „Schlüter“ aus dem Jahre 1929 anwesend war. Voll funktionsfähig leistet die Maschine mit 22 Liter Hubraum stattliche 55 PS.
Der ganze Stolz von Fritz Schröder aus Heufeld ist sein „Zwei-Takter“ Diesel-Traktor aus dem Hause „Stihl“ von 1958 mit 700 Kubikzentimeter Hubraum und 14 PS Leistung. Wie sein Besitzer anmerkte, würden nur noch 18 Stück der Baureihe ihren Dienst verrichten, denn der aktuell weltweit größte Hersteller von Motorsägen und Gartengeräten, hat die Bulldogproduktion 1962 eingestellt.
Wichtige Erntehelfer im vorigen Jahrhundert waren „Stamo“ (Standmotoren) wie der der Marke „Sendlinger“ von Herbert Poschner aus Kolbermoor mit einer Leistung von 4/6 PS. Zu sehen gab es auch das liebevoll gepflegte Moped, eine „Simson Schwalbe Kr. 51/1“, von Michael Schillinger.
Anton Glasl aus Rechtmehring bei Haag ist ein Leben lang mit der Bulldog- und Schleppermarke „Eicher“ verbunden ist. Der 81-jährige Landmaschinenmechaniker war zwölf Jahre bis zur Schließung im Bereich Kundendienst für den einstigen Landmaschinenhersteller tätig und im In- und Ausland unterwegs.
Wie Sepp Spielvogl und Peter Riedl beim Treffen betonten, war es heuer das letzte Oldtimertreffen auf dem Gelände in der Aiblinger Au. Zur nächsten Zusammenkunft im Jahr 2021 steuern die Oldtimerfreunde den Standort „Redl“ in Schwaig an. pes