Tierheim-Neubau: Stillstand bis März

von Redaktion

Tierschutzverein Rosenheim – Es braucht noch mehr Betonpfähle

Kolbermoor/Rosenheim – Über 120000 Euro Verlust – nicht nur diese Nachricht hatten die Mitglieder des Tierschutzvereins Rosenheim in ihrer jüngsten Versammlung zu verkraften. Auch der derzeitige Stillstand auf der Baustelle Tierheim-Neubau Am Gangsteig in Kolbermoor beschäftigte die Tierfreunde. Der Grund: Es braucht mehr Betonpfähle zur Gründung. Erst im März kann es nun weitergehen.

Immer mehr freilebende Katzen

Vor allem aber will sich der Verein jetzt mit Nachdruck für eine landkreisweite Katzenschutzverordnung einsetzen. „Die Anzahl von freilebenden Katzen nimmt trotz aller finanziell aufwendigen Kastrationsaktionen immer mehr zu und jährlich landen unzählige kranke Katzenkinder in den Tierheimen, die hohe Kosten verursachen“, erklärte dazu die Vorsitzende Andrea Thomas.

Bei der Tierstatistik war auffallend, dass die Anzahl der Fundtiere aus den Kommunen im Vergleich zur Gesamtzahl der aufgenommenen Tiere 70 Prozent betrug. Die Erstattungen der Kommunen betrugen insgesamt 61000 Euro, also circa 10,3 Prozent der Gesamtausgaben. Der Tierschutzverein hat signalisiert, hier weiterhin an einer Verbesserung der Konditionen zu arbeiten, denn immerhin übernimmt das Tierheim mit der Fundtierbetreuung eine offizielle Aufgabe der Kommunen.

Im Bericht über das vergangene Geschäftsjahr stellte Andrea Thomas die Aktivitäten und den Jahresabschluss vor. Auch im Jahr 2018 hatte der Tierschutzverein wieder einen Verlust vorzuweisen, der 124000 Euro betrug, aber zum Glück noch aus den Rücklagen der letzten Jahre gedeckt werden konnte. Den Ausgaben in Höhe von 590000 Euro im Jahr 2018 standen Einnahmen in Höhe von 466000 Euro gegenüber.

Bei den Ausgaben schlugen die Personalkosten in Höhe von 246000 Euro sowie die Tierarztkosten in Höhe von 135000 Euro besonders zu Buche. Die Einnahmen wurden in erster Linie durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Benefiz-Veranstaltungen erzielt. Die Vorsitzende betonte, dass der Tierschutzverein Rosenheim den Betrieb des Tierheims ohne den kontinuierlichen Spendeneingang nicht finanzieren könnte und bedankte sich bei allen Unterstützern.

Kassenprüfer Manfred Voigt wies auf das große Geschäftsvolumen des Vereins hin, das einen hohen Arbeitsaufwand für ein Ehrenamt erfordert. Der bisherigen Schatzmeisterin Gitti Nebl wurde für die hervorragende Arbeit in den vergangenen sechseinhalb Jahren gedankt. Das Amt der Schatzmeisterin übernimmt nun bis zum Ende der regulären Amtszeit im Februar 2021 Andrea Wunder, bisher Beisitzerin im Vorstand. Als Beisitzer wurden Tobias Heinz und Eugen Halfter neu in den Vorstand aufgenommen.

Projektleiter Hartmut Uttscheid berichtete nach dem offiziellen Teil über den Tierheim-Neubau und erklärte die Gründe für den derzeitigen Stillstand auf der Baustelle. Aufgrund der hohen Hygieneanforderungen und der daraus resultierenden Anzahl von Becken, Wannen und Anschlüssen für Waschmaschinen sowie Gullys musste die Anzahl der notwendigen Betonpfähle für die Standfestigkeit des Gebäudes nochmals angepasst werden.

Jedoch war es zeitlich vor der Frostphase nicht mehr möglich, die Pfähle zu setzen, die Grundleitungen zu legen und die Bodenplatten zu setzen, da jeder dieser Bauschritte sechs bis acht Wochen benötigt.

Ein solches Risiko konnte nicht eingegangen werden, um nicht das komplette Gelände zu gefährden. Der Tierschutzverein Rosenheim versicherte aber, dass die Bauarbeiten endgültig im März beginnen können und der Rohbau bis Ende des nächsten Jahres fertig sein wird.

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