Kolbermoor – Ein naturnaher Kindergarten mit Blockhäusern soll an der Hölderlin-straße – auf dem Foto rot gekennzeichnet – entstehen. Die Planungen sind weit vorangeschritten. Schon im Kindergartenjahr 2020/21 könnten hier etwa 40 Kinder in zwei Gruppen betreut werden. Der entsprechende Bedarf ist da.
CSU-Antrag bringt
Planungen ins Stocken
Die Vorbereitungen für das neue Kinderdomizil kamen ins Stocken, nachdem die CSU-Fraktion am 15. Juli beantragte, vor weiteren Planungen über ihre Alternativvorschläge zu entscheiden. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Verfügbarkeit der Flächen (türkis gekennzeichnet) am Tonwerk zu prüfen. Dort könnte nach einem Planungswettbewerb der neue Kindergarten entstehen und sogar der Spielplatz mit einbezogen werden. Für den von der Stadt bevorzugten Standort schlug die CSU-Fraktion eine Walderlebnisfläche ohne Bebauung vor.
Nähe zu Industrie
ist problematisch
In der jüngsten Stadtratssitzung präsentierte die Verwaltung nun die Ergebnisse. Demnach sind die kommunalen Bereiche im Flächennutzungsplan als Grünflächen ausgewiesen. Das im Privatbesitz befindliche Grundstück steht nicht zum Verkauf. „Der Besitzer hat eigene Pläne“, informierte Bürgermeister Peter Kloo (SPD). Der Tennisplatz soll voraussichtlich 2020 in eine Blühwiese umgewandelt werden. „Er wurde einst von Tonwerkern auf eigene Kosten erbaut. Sie bespielen ihn bis heute, würden ihn aber für eine Kita aufgeben“, erläuterte Dieter Kannengießer (PF).
Weitere Ausschlusskrite-rien: Das Gebiet ist verkehrstechnisch nicht erschlossen. Es grenzt direkt an ein Gewerbegebiet. „Daher müssten wir vor einer Planung ein Lärmschutzgutachten in Auftrag geben und davon ausgehen, dass wir für diesen Standort in jedem Fall einen Lärmschutzwall errichten müssten“, erläuterte Thomas Beer vom städtischen Bauamt.
Noch weitaus schwieriger wäre die Einhaltung des „Trennungsgebotes“. Demnach müssen schädliche Umwelteinwirkungen von Betriebsbereichen – vor allem die Luftqualität betreffend – auf schutzbedürftige und öffentlich genutzte Gebiete vermieden werden. „Die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung eines Kindergartens in diesem Bereich liegen nicht vor“, konstatierte der Fachexperte.
Zudem wies er darauf hin, dass bei einem neuen Planungsverfahren für das von der CSU favorisierte Gebiet auf keinen Fall schon 2020 Kindergartenplätze zur Verfügung stünden. „Die brauchen wir aber dringend, denn 2020 fehlen uns nach derzeitigem Stand 36 Plätze“, betonte der Bürgermeister.
Aus diesem Grund hatte der Kolbermoorer Stadtrat am 22. Mai dieses Jahres dem Bauamt auch den Auftrag erteilt, die Planungen für den naturnahen Kindergarten an der Hölderlinstraße voranzutreiben.
Seitdem hat sich viel getan. Die Träger öffentlicher Belange wurden gehört. Einbahnstraßen sollen den Verkehr verträglich regulieren. Vor-Ort-Termine mit der Unteren Naturschutzbehörde fanden statt. Das zu beplanende Grundstück wurde von 800 auf 480 Quadratmeter reduziert. Die Holzhäuser werden mit Erdnägeln aufgeständert, sodass auch der Boden nicht versiegelt wird. Eine Erschließung erfolgt auf kurzem Wege von der vorhandenen Wohnbebauung. Bäume müssen kaum gefällt werden.
Standort ist bereits
fast beschlussreif
„Die Eingriffe in die Natur werden minimal sein“, betonte Beer. Schon im Oktober könnte der Bebauungsplan Rechtskraft erhalten.
Die CSU-Fraktion hielt an ihrem Antrag fest und regte zusätzlich an, die Bauleitplanung des von ihr auserkorenen Gebietes wenigstens parallel zum Standort Hölderlinstraße voranzubringen.
Mit 9:9 Stimmen wurde über den Antrag der CSU abgestimmt. Das entspricht ob der fehlenden Mehrheit also einer Ablehnung.
Neue Wohngebiete
brauchen Kitas
Damit können die Planungen weitergehen. In der Sitzung am 23. Oktober wird der Stadtrat über den Bebauungsplan beschließen. Einig waren sich die Räte darüber, dass vorerst zwei Gruppen genehmigt werden sollten und jede weitere der Zustimmung des Rates bedürfe. Einfließen in die städtebaulichen Prämissen der Stadt werden auch die Hinweise aus dem Stadtrat, dass in neu entstehenden Wohngebieten auch Kinderbetreuungseinrichtungen geplant werden sollten.
Für das Conradty-Gelände sei das bereits angedacht, informierte der Bürgermeister. Dort sollen Seniorenwohnanlage und Kindergarten verbunden werden. Geplant seien drei Gruppen.