Ein Gigant macht sich auf den Weg

von Redaktion

Es ist vollbracht. Der 100 Tonnen schwere Koloss – das Bohrpfahlgerät „BG39“, das für die Westtangenten-Brücke Fundamente bis zu 50 Meter tief in die Erde bohrt – hat die Straße überquert. Der Mangfall-Bote war dabei.

Kolbermoor – Es ist 22 Uhr, als die Rosenheimer Straße in Kolbermoor gesperrt wird. Einige Unbelehrbare wollen mit ihrem Pkw trotzdem weiterfahren. Doch das ist viel zu gefährlich. Sie werden zurückgeschickt, denn jetzt soll ein 100 Tonnen schwerer Koloss passieren. Das Bohrpfahlgerät „BG39“ hat für den Brückenbau der Westtangente Bohrpfähle in den Untergrund gesetzt. Nun wird es auf der anderen Straßenseite gebraucht.

Vom Steelcase-Gelände geht es auf die Nordseite zum neuen Standort auf Höhe der Firma Deutschmann. Die Umzugsstrecke ist kurz, also wagt es das Staatliche Bauamt Rosenheim, den Giganten komplett zu transportieren. Um die Straße nicht zu beschädigen, werden Filz und Sand als Polster ausgebracht, ehe die stabilen Baggermatratzen – Schutzmatten aus Hartholz und Plastik – wie ein roter Teppich ausgelegt werden.

Nur eine halbe Stunde später ist es soweit. „BG39“ setzt sich in Bewegung. Er tastet sich vorwärts. Mit einer Geschwindigkeit von zwei Kilometern pro Stunde kriecht er über die Straße. Nach zehn Minuten ist der Gigant an seinem neuen Standort angekommen. Die Polster werden beräumt, die Straße gekehrt. Alles ist in Ordnung – so, als wäre der 100-Tonner nie drübergefahren. Schon um 22.50 Uhr ist die Straße wieder frei.

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