Kolbermoor – Das Ehrenamt ist für Renate Grube, die ihr Alter nicht verraten möchte, eine Anerkennung ihrer Arbeit im sozialen Bereich in Kolbermoor: Seit über vier Jahren ist sie beim Asylhelferkreis aktiv. Zu Beginn ging es primär darum, die Menschen mit Kleidung und Lebensmitteln zu versorgen. Mittlerweile haben die meisten Menschen alle Sachgegenstände, die sie brauchen.
Behördengänge
und Ausflüge
Aber Unterstützung brauche die Menschen: „Es gibt viele Arten der Hilfe, die ich den Menschen geben kann“, erklärt sie. Dazu gehören zum Beispiel Begleitungen zum Arzt, Jobcenter und Landratsamt, Unterstützung bei Anwalts- und Gerichtsterminen, Wohnungssuche, Gespräche mit dem Arbeitgeber, Verhandeln mit der Schule, Berufsschule, Kindergarten, Fahrschule und dazu Lernhilfe, Deutschunterricht, Rückführungshilfe in die Heimat mit Unterstützung der Caritas und vieles mehr. „Viele kennen das System hier einfach nicht, da ist es gut, wenn jemand von uns dabei ist“, erklärt Grube.
Neben den bürokratischen Hilfen, die Grube anbietet, unternimmt sie mit ihren Schützlingen auch Ausflüge: Einige sind ihr besonders im Gedächtnis geblieben. Das gemeinsame Erdbeerpflücken sorgte bei den Menschen für große Begeisterung. Auch der Ausflug auf die Schuhbräualm blieb allen in positiver Erinnerung. Die Menschen waren begeistert von der Natur und der Berglandschaft. Renate Grube wollte auf der Alm für ihre Schützlinge ein besonderes Gericht aus Bayern.
Kaiserschmarrn trifft
afghanische Leckerei
Eine Kleinigkeit, die sie bisher noch nicht kannten. Ihre Idee war ein Kaiserschmarrn. Die Wirtin brachte eine gigantische Pfanne mit der Süßspeise, das Essen wurde familiär geteilt. Allerdings hatte jeder noch ein eigenes Essen mitgenommen. Also hielt die Wandergruppe auf dem Rückweg noch mal an zum Picknicken. So gab es nach dem Kaiserschmarrn noch eine zweite Brotzeit: dieses Mal bestehend aus diversen afghanischen Hähnchen- und Gemüsegerichten. Alle waren stolz, etwas für die Wandergemeinschaft beigetragen zu haben.
Für die Rentnerin ist ihre Tätigkeit Berufung: „Es gibt meinem Leben nach dem Beruf einen Sinn, ich komme mit vielen jungen Menschen zusammen, die mir viel Respekt, Höflichkeit, Herzlichkeit und Freundlichkeit entgegenbringen und die nicht müde werden, immer wieder Einladungen zum Tee, Essen und Verweilen auszusprechen.“
Obendrein arbeite sie mit vielen netten Kolbermoorer Frauen beim Schmuckgestalten im Bürgerhaus. Die Sachen würden dann an den diversen Märkten zugunsten der Arbeit des Asylhelferkreises verkauft.