Schul-Mama mit großem Herz

von Redaktion

Liebeserklärung an die Schul-Mama: Sabine Riedel (40) betreibt seit 15 Jahren die Cafeteria der Pauline-Thoma-Schule. Dabei versorgt sie die Schüler nicht nur mit Semmeln und Brezn, sondern hat für jeden ein offenes Ohr.

Kolbermoor – Ohne geht es nicht: Markus Rinner kauft jeden Morgen eine frisch belegte Semmel –„mit Putenschinken, Käse und Ei“, schwärmt der Rektor der Pauline-Thoma-Schule. „Die ist köstlich.“ Jeden Morgen geht er, bevor er sein Büro betritt, zu Sabine Riedel ins Schülercafé im Erdgeschoss der Schule.

Ohne Sabine Riedel geht es nicht

Und wenn er schon mal dort ist, bestellt er gleich noch einen Kaffee – „so starte ich in den Tag“, sagt er. Das macht die Konrektorin Susanne Jägerbauer auch. Kurz: Ohne Sabine Riedel geht es nicht. Sie ist mehr als die Café-Betreiberin der Schule, sie „ist eine Identifikationsfigur für Lehrer und Schüler“, sagt Rinner. Denn sie verkauft nicht nur Semmeln, sondern hört zu, nimmt in den Arm: Sie kennt die Nöte der Schüler, die sie Sabine nennen. Eine Schul-Mama? „Ja“, sagt Rinner und lacht.

Schüler wachsen

ihr ans Herz

Sie lacht, fühlt sich geschmeichelt. Seit 15 Jahren betreibt sie die Cafeteria – und sie liebt ihren Beruf, betreut quasi die rund 345 Schüler und 40 Lehrer. Jeden Morgen schließt sie um 5.30 Uhr auf. Schaltet den Backofen ein, backt die Semmeln und Brezn. Dann werden sie belegt – mit Putenschinken, Käse und Co.

Gegen 7 Uhr trudeln die Lehrer ein, bestellen einen Kaffee und nehmen eine Semmel mit. Kurz vor Unterrichtsbeginn kommen dann auch die Schüler. Sie wollen nicht nur Brezn und Co, sondern auch ein offenes Ohr. „Erzählen mir Dinge, die sie loswerden möchten. Klar ich bin ja eine neutrale Person. Und wenn ich mich einbringen kann, tut mir das gut.“

Ein Beispiel: „Sie erzählen mir, wenn sie eine schlechte Note schreiben oder wenn es morgens Ärger am Frühstückstisch gab“, sagt Sabine Riedl. Sie kennt jeden der rund 345 Schüler und sie begleitet die Mädchen und Buben von der fünften bis zur Abschlussklasse.

Jedes Jahr im Sommer wird dann Abschied genommen – „das ist schon traurig, denn die Bindung ist eng“, erzählt sie. Im letzten Jahr war sie fünf Monate nicht in der Cafeteria, da hat sie als Sennerin auf der Alm gearbeitet. „Damals haben die Abschlussklässler realisiert, dass wir uns ab Ende Mai nicht mehr sehen.“ Das geht ans Herz. „Schließlich sehe ich die Schüler jeden Tag – von der fünften bis zur Abschlussklasse.

An ihre eigene Schulzeit kann sich Riedel, die am Tegernsee lebt, auch noch genau erinnern: Es war eine schöne Zeit.

So eine Cafeteria habe es allerdings damals an ihrer Schule nicht gegeben. „Bei uns an der Schule gab es Schoko-, Erdbeer- und Vanillemilch“, erinnert sie sich – das war’s. Ihre Mama hat ihr das Pausenbrot eingepackt: „Vollkornbrot mit Käse. Dazu gelbe Rüben oder Paprika.“

Da ist ihr heutiges Angebot vielfältiger, denn neben den Semmeln gibt es beispielsweise auch Muffins. Und davon bringt auch Rektor Markus Rinner jeden zweiten Tag seinen Kindern welche mit – „denn es sind die besten“, so Rinner.

Artikel 2 von 7