Kolbermoor – Die Feierlichkeiten der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (KFD) Kolbermoor, die heuer 100 Jahre alt wurde, sind zu Ende. Die Frauen kreierten eine Jubiläumsstele, organisierten ein Frauenfrühstück vor dem Rathaus und hielten einen Wortgottesdienst. Jetzt zieht Schriftführerin Martina Mauder (46) Bilanz. Welche Aktion ihr am besten gefallen hat und ob neue Mitglieder gewonnen werden konnten, erzählt Mauder im Interview.
Binnen des Geburtstagsjahres haben Sie viele Aktionen geplant. Jetzt ist mit den „Bremer Stadtmusikanten auf Bayerisch“ der letzte Programmpunkt zu Ende gegangen. Sind Sie etwas wehmütig?
Nein, überhaupt nicht! Es war ein wunderschönes, aber auch sehr arbeitsreiches Jahr. Neben dem Jubiläumsprogramm lief ja auch unser übliches Jahresprogramm.
Welche Aktion hat Ihnen persönlich am besten gefallen?
Das ist eine schwierige Entscheidung. Das Frauenfrühstück vor dem Rathaus ist schon herausgeragt. Es war wunderbar entspannt und so reich an tollen Gesprächen.
Wie ist Ihre persönliche Bilanz?
Es war ein interessantes Jahr mit vielen gelungenen Begegnungen. Wir sind mit zahlreichen Menschen in Kontakt gekommen.
Was war das Ziel Ihres vielfältigen Programms?
Unser Ziel war, in Kolbermoor und darüber hinaus ins Gespräch zu kommen. Unsere Themen, die ja weit über innerkirchliche Themen hinausgehen, anzusprechen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Und so Menschen auf unseren Verband aufmerksam zu machen.
Konnten Sie heuer neue Mitglieder gewinnen?
Ja, konnten wir. Allerdings nicht im Rahmen unserer Veranstaltungen. Neue Mitglieder gewinnen wir nur im persönlichen Gespräch. Denn dann lassen sich Ziele und Ideen viel besser darstellen, als wenn wir nur Werbeflyer auslegen.
Was planen Sie als Nächstes?
Unseren Christkindlmarkt-Stand. Und dann natürlich das Programm für 2020. Auch hier werden die brennenden Frauenthemen in Kirche und Gesellschaft vertreten sein.
Welches Thema brennt der Kolbermoorer KFD am meisten unter den Nägeln?
Da gibt es kein konkretes Thema, vielleicht Mitglieder gewinnen. Wir werden uns auch mit dem Thema des Bundesverbandes rund um die Beteiligung von Frauen an der Leitung von Kirche und an kirchlichen Ämtern auseinandersetzen. Und uns mit der Frage von Macht und Nicht-Macht für Frauen beschäftigen. Es ist an der Zeit, zu diskutieren und zu verändern. „Weil es immer schon so war“ oder „Weil es das früher auch nicht gegeben hat“ sind für uns Frauen keine schlagkräftigen Argumente. Der Blick in die Geschichte der Kirche zeigt ein anderes Bild. Und das eine oder andere ist in der Stadt Kolbermoor ja auch schon üblich.
Interview: Ines Weinzierl