Kolbermoor – Im Dezember 1869 wurde die Kirche Heilig Dreifaltigkeit gesegnet. Jetzt, 150 Jahre später, wird gefeiert. Pfarrer Maurus Scheurenbrand (56) ist seit 2012 Pfarrer der Gemeinde. Er war vorher in ländlichen Gegenden Pfarrer und der Schritt nach Kolbermoor „war ein großer Sprung“, erzählt er.
„Als ich die Kolbermoorer auf der Straße mit Grüß Gott gegrüßt habe, waren sie erstaunt.“ Aber das Grüßen sei er auf dem Land so gewohnt gewesen, „jeder kennt ja jeden“, sagt er rückblickend.
Über sein Lieblingselement im Gotteshaus und was die Kirchengemeinde ausmacht, spricht Pfarrer Scheurenbrand in den OVB-Heimatzeitungen.
Herr Pfarrer Scheurenbrand. Was macht diese Kirche für Sie persönlich aus?
Die Pfarrkirche ist ein wunderbarer großer Raum. Es ist mir jedes Mal eine Freude, wenn ich ihn betrete. Der Raum ist nicht überladen. Man kann sich einfach nur hinsetzen und beten, ohne groß abgelenkt zu werden. Man kann dort große, feierliche Gottesdienste feiern, aber auch kleine im Altarraum oder in der Werkskapelle.
Was ist Ihr Lieblingselement in dem Kolbermoorer Gotteshaus?
Das ist schwierig zu sagen. Es gehört alles dazu: der Raum, der Gesang, der Weihrauch, die Orgel. Es ist eine Einheit, die zum Gottesdienst gehört. Der Kirchenraum und der Gottesdienst sprechen viele Sinne an. Nicht nur der Verstand wird angesprochen. Es gibt diesen besonderen Moment: Wenn die Sonne durch die drei bunten Fenster scheint und ich zu viel Weihrauch genommen habe, vermischt sich das Licht mit dem Rauch und der Raum wirkt großartig.
Seit 150 Jahren ist diese Kirche das „Zuhause“ der katholischen Kolbermoorer Gläubigen. Freuen Sie sich, Pfarrer der Kirche während dieses Jubiläums zu sein?
Ich freue mich als Pfarrer in erster Linie, dass ich hier sein darf. Außerdem bin ich glücklich, den Gottesdienst nicht alleine, sondern mit dem Pastoralreferententeam feiern zu dürfen. Diese Kirchengemeinde ist meine Heimat geworden und ich möchte gerne hierbleiben. Deshalb verhalte ich mich ruhig, dass die in München mich vergessen.
Vor 150 Jahren wurde diese Kirche gebaut – für was steht dieses Gotteshaus in Kolbermoor heute?
Heute wie damals steht sie für den Zusammenhalt der Kolbermoorer. Die, die zu uns kommen, kommen nicht, um gesehen zu werden, sondern um den Gottesdienst zu feiern.
Auf was sind Sie, wenn Sie an die Kolbermoorer Pfarrgemeinde denken, besonders stolz?
Der Pfarrer oder die Seelsorger sind keine Alleinunterhalter. Es gibt längst Bürger, die Wortgottesdienste halten.
Wo sehen Sie persönlich noch Verbesserungsbedarf in der Kirchengemeinde?
Dass man neue Gottesdienstformen noch wohlwollender annimmt, wie beispielsweise Familiengottesdienste.
Sie werden zwar schon angenommen, aber es könnte noch besser werden. Ich denke da auch an Marienandachten sowie Kinder- und Jugendgottesdienste.
Interview: Ines Weinzierl