Leserbrief zur Berichterstattung „Krematorium in Kolbermoor“ im Lokalteil:
Das Thema Krematorium wurde in den letzten Monaten sehr emotionalisiert. Wo sich keine Argumente mehr fanden, wurde der Gegner diskreditiert. Es lässt sich auch keine einfache Logik unterstellen, wonach der Mensch nur aus Haut und Knochen, Fleisch und Blut besteht. Nicht ohne Hintergrund werden für dieses Gewerbe Grenzwerte für zu erwartende Dioxine oder Furane festgelegt. Leider zeigt es sich aber, dass festgelegte Grenzwerte regelmäßig zu großzügig angesetzt sind. Die Probleme um den weiteren Umgang mit Glyphosat, PFC oder Formaldehyd zeigen die Unsicherheiten für die Bevölkerung auf.
In unbelasteten Gebieten beträgt die Belastung mit Quecksilber 2–5 ng/cbm Luft. In unmittelbarer Umgebung von Industriebetrieben können Konzentrationen bis in den Bereich um 1 μg/cbm Luft auftreten. Das Umweltbundesamt hat 1999 Richtwerte für den häuslichen Innenraumbereich verfügt: 0,035 µg/cbm Luft. Wird dieser Wert eingehalten, geht man von der Risikofreiheit aus. Die Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung sieht keinen Grenzwert für Quecksilber vor, angesichts der unterschiedlichen Dezimalstellen relativiert sich der Begriff Nachbarschaft erheblich.
Theresa Weig
Kolbermoor