Kolbermoor – Nach den Bedrohungen der Befürworter des Krematoriums wird auch der Fall einer bedrohten Gegnerin publik. „Wer stellt sich vor die Bürger, die dagegen sind und bedroht werden?“ Diese Frage stellt eine Leserbriefschreiberin (siehe oben) in puncto Krematoriumsgegner. Diesem Schreiben ist ein OVB-Artikel vorausgegangen, in dem berichtet wurde, dass Befürworter schriftlich bedroht werden – diese E-Mails liegen der Redaktion vor. Dass Gegner bedroht werden – davon war bisher nichts bekannt.
Was sagt die Bürgerinitiative (BI) „Gegen den Bau eines Krematoriums in Kolbermoor“ dazu? Wurden auch deren Mitglieder bedroht? Es habe gerade „in den sozialen Netzwerken Anfeindungen gegeben“, so Robert König, Sprecher der BI. Kurz: „Die Grenze zwischen persönlich angehen und Bedrohung sind im Netz fließend“, so König. Was heißt das konkret? „Wir haben das nicht gesammelt“, sagt BI-Sprecher Klaus Zirngast. Von Droh-Mails oder -Briefen wissen die Sprecher aber nichts. Beide verweisen aber auf eine Frau, der gesagt worden sein soll: „Weißt was, pass auf, dass sie dir deinen Hund nicht vergiften.“
Mitterharterin
schockiert
Diese Frau ist Gabriele Weese aus Mitterhart. Der Fall liegt schon einige Wochen zurück: „Ich kam mit einem Mann beim Spazierengehen ins Gespräch“, sagt sie gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Nach einigen Minuten kam Weese auf das Krematorium zu sprechen. „Ich habe auch gesagt, dass ich dagegen bin“, erzählt sie. Daraufhin habe der Mann gesagt, dass sie aufpassen solle, dass ihr Hund nicht vergiftet werde. Dann sei er davon geradelt. „Ich fühlte mich bedroht und war schockiert“, sagt Weese und lässt seitdem ihren Hund Berry nicht mehr alleine in den Garten und auch beim Spazierengehen passt sie auf –„ich habe Angst.“ Hat sie Anzeige erstattet? „Nein, gegen wen denn?“ Die Leserbriefschreiberin war für Nachfragen der OVB-Redaktion nicht erreichbar. Ines Weinzierl