Wer kennt diesen Gartenzwerg?

von Redaktion

Im Tonwerk wurden auch Gnome hergestellt – Museumsleiter zeigt Katalog

Kolbermoor – Der Fundus im Kolbermoorer Heimatmuseum ist vielfältig. Deshalb wusste Museumsleiter Stefan Reischl auch sofort, wo er nachschauen musste, als er eine Anfrage aus dem Norden zu Gartenzwergen erhielt, die im Tonwerk Kolbermoor hergestellt wurden. Reischl hat so einen Gartenzwerg aus dem hiesigen Tonwerk noch nie in natura gesehen. Aber: „Mein Vater konnte sich erinnern, als ich ihn mal darauf angesprochen habe“, erinnert sich Reischl. Sein Vater Gerhard wurde 1943 geboren – vielleicht standen in dessen Kindheit die besagten Gartenzwerge in den Gärten.

Fünf Gnome in
Katalog abgebildet

Er kennt die Zwerge nur aus einem Katalog des Tonwerks, der im Besitz des Heimatmuseums ist. Der Katalog ist handlich und hochwertig – der Einband ist aus dickem Papier. Abgebildet sind neben Ziegeln auch Vasen und Gartenzwerge – fünf an der Zahl. Sie sind mit Steinen dargestellt – „das erinnert an Bergwerkarbeiter“, so Reischl. Wann die Gnome hergestellt wurden, weiß Reischl nicht.

Nur so viel: Der Katalog muss über 100 Jahre alt sein, denn es sind noch die Frachttarife der „Lokalbahn der königlich bayerischen Staatsbahn“ abgedruckt – „und die gab es bis 1919“, sagt er. Als Zielbahnhöfe sind beispielsweise Halle/ Saale, Chemnitz, Leipzig, Zwickau und Plauen im Vogtland aufgeführt. Außerdem Kufstein und bayerische Bahnstationen.

Obendrein werden auch Blumenkästen, Oleanderkübel und Vasen zum Verkauf angeboten. „Die waren sicher nicht für die Kolbermoorer gedacht“, meint Reischl, vielmehr für auswärtige Käufer – darin sieht Reischl sich bestätigt, wenn er an die Zielbahnhöfe denkt. Dass im Kolbermoorer Tonwerk neben Ziegeln auch „figürliche Produkte“ hergestellt hat, „ist bekannt“.

Ihm fallen sofort die „Firstgockel“ ein – so ein Exemplar ist auch im Museum zu sehen. Dieser terrakotta-farbene Vogel ist zwischen 70 und 80 Zentimeter groß auch sie wurden im Tonwerk hergestellt. An einem Abbruchhaus in der Mangfallstadt habe Museumsleiter Stefan Reischl mal einen Gockel gesehen, aber an den kam er nicht heran. Und so wurde der Gockel beim Abbruch mit in die Tiefe gerissen und zerschellte am Boden.

Im Kolbermoorer Heimatmuseum ist auch ein Wasserspeiher aus dem Tonwerk – der saß auf der Dachrinne. Und wenn es regnete, sprudelte aus seinem Maul das Regenwasser. Übriges den Tonwerk-Katalog gibt es laut Reischl auch im Deutschen Museum in München.

Hinweise ans Heimatmuseum

Wer eventuell mehr über die Gartenzwerge, die im Kolbermoorer Tonwerk hergestellt wurden, weiß oder sogar einen im Garten hat, kann sich bei Stefan Reischl im Heimatmuseum unter 08031/920485 melden.

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