Werke von Rheinberger, Bull und Sibelius

von Redaktion

Geistliches Konzert: Dirigentin Heide Hauser feiert mit ihrem Ensemble 20-jähriges Bestehen

Kolbermoor –Man darf Dirigentin Heide Hauser als eine Institution Kolbermoors und seiner „Stadtsing- und Musikschule“ bezeichnen. Nie ist sie mit halbem Herzen bei der Arbeit und ihre akribische Arbeit bereitete so den trefflichen Nährboden für ihren erfolgreichen Frauenchor. In der Stadtkirche „Wiederkunft Christi“ fand jetzt das Festkonzert zum 20-jährigen Bestehen statt.

Frauen geben selten
aufgeführte Messe

Es erklang Josef Gabriel Rheinbergers selten aufgeführte „Messe in A“. Ein hoch sensibel eingestellter Frauenchor meisterte die Aufgabe ganz im Gebot seiner Stabführung. Bereits im „Kyrie“ wurde die Wirkung aus rhythmischer Präzision und deutlicher Artikulation in fein abgestufter Dynamik hörbar und in liturgischer Logik sprang der Funke ins lebhafte „Gloria“ ohne Reibungsverluste über. Mit kunstvoll-gesanglichem Gewebe hatten die Sängerinnen im „Credo“ das Glaubensbekenntnis fest in der Hand, eingebettet in Hausers markantem Dirigat, das kein Entrinnen oder Ausbüxen zulässt. Abgeklärt und instrumental voll im Geschehen Martin Kreidts Kammerorchester und Elisabeth Riedl an der Orgel, die allesamt dem Chor eine sichere Basis lieferten.

Im mächtigen „Sanctus“ gestaltete sich die Tonfindung im Gesang etwas schwierig, aber hier zeigt sich eben die große Erfahrung der Dirigentin, die unerbittlich fordert, dass selbst jeder kleine Winkel einer Komposition chorisch ernst genommen und ausgeleuchtet wird. Nervenstark und souverän klang der Messteil im folgenden „Benedictus“ aus und wurde von einem wunderschönen „Agnus Dei“ und dem friedensstiftenden „dona nobis pacem“ abgelöst. Großen Anteil hatte auch das „Kammerorchester Kolbermoor“. Nicht zu verträumt und in zügiger Diktion eröffneten die Musiker, angeführt von Marinus Kreidts Sologeige, mit Rheinbergers „Cantilena“, aufhorchend das Konzert.

Landauf, landab erarbeiten sich immer mehr Orchester oder Chöre Werke nordischer Komponisten. Damit findet sich auch das Kammerorchester bestens zurecht. Irrlichternd und geheimnisvoll entführten die Streicher das Publikum mit Ole Bulls „Saeterjentens Sondag“ in die raue und magische Landschaft der Seen und Fjorde und ließen die aufgewühlten Zuhörer das ergreifende „Impromptu“ von Jean Sibelius bis unter die Haut spüren.

Hier schickte in kurzen Momenten Dvoraks 9. Sinfonie herzliche Grüße an die Festgemeinde. In nicht abreißender Klangfülle erklang „O salutaris hostia“ von Guilio Bentivoglio, das noch einmal die Qualität des Ensembles bestätigte.

Am Ende gesellte sich der gemischte Chor dazu und demonstrierte eindrucksvoll, dass man trotz mächtigem Klangkörper Josef Haydns „Aus dem Dankliede zu Gott“ in gebotener Feinfühligkeit ohne massivem Einsatz interpretieren kann. Zum glückvollen und gefeierten Ende steuerte Rheinberger noch sein so geistlich bittendes und anrührendes „Abendlied“ bei.

Großen Beifall gab es am Ende – für das Konzert und die 20-jährige Arbeit Hausers und ihrem Frauenchor. Verständlich vielleicht, dass die sakrale Botschaft in „Wiederkunft Christi“ noch durch Dankesreden etwas zerpflückt wurde. Besser wäre es jedoch gewesen, Musik und Lied an diesem Abend für sich wirken zu lassen. js

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