Gemeinschaft wird großgeschrieben: „Wir sind Kirche“

von Redaktion

Pfarrgemeinde feiert 150-jähriges Bestehen des Gotteshauses „Heilige Dreifaltigkeit“

Kolbermoor – Es war eine stattliche Schar, bestehend aus Fahnenabordnungen, Vereinsmitgliedern, Ministranten, Seelsorgern und Gläubigen der katholischen Stadtkirche Kolbermoor, die sich am Sonntagvormittag anlässlich des 150. Weihejubiläums der Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit auf den Weg machte.

Dieser Weg führte die Teilnehmer des Festgottesdienstes schnurstracks am Gotteshaus vorbei und hinauf in das Gelände der Alten Spinnerei. Ganz bewusst hatte sich das Seelsorgerteam dazu entschieden, den Gottesdienst auf dem Vorplatz der Kunstakademie beginnen zu lassen, wie Pastoralreferentin Martina Mauder sagte.

Erster Gebetsraum in

Verwaltungsgebäude

In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude hatte sich lange vor Baubeginn der Pfarrkirche der erste Gebetsraum befunden, in dem sich die Spinnerei-Arbeiter zum Gottesdienst versammelten. „Hier ist der Ursprung unserer christlichen Kirche in Kolbermoor“, stellte auch Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand fest und schloss dabei ausdrücklich die evangelische Schwestergemeinde mit ein, die sich schon zu früherer Zeit im Gebetsraum, der heute als Malatelier dient, versammelt hatte.

Nach der Einleitung durch das Bläserquartett formierte sich der Festzug, der die Anwesenden, unter ihnen auch Bürgermeister Peter Kloo und einige Stadträte sowie die evangelische Pfarrerin Dr. Judith Böttcher, hinab zum Kirchplatz führte, wo der Wortgottesdienst stattfand. In ihrer Predigt verwies Pastoralreferentin Mauder auf die Verbundenheit beider Gebäude, der Spinnerei und der Pfarrkirche, die sich beide mit Fäden beschäftigten.

Die Spinnerei einerseits, die mit ihrer Produktion von Fäden die Besiedlung Kolbermoors erst ermöglicht hatte. Dort stand die erste Kirchengemeinde in Lohn und Brot und die hatte sich den Kirchenbau vom Mund abgespart.

Andererseits die Kirche, die die Fäden des Lebens zusammenführe und diese zu einem farbenprächtigen Gewand verweben wolle, „einem Gewand für die Seele“, so Mauder. Alle Anwesenden waren anschließend eingeladen, ihre Verbindung zur Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Worte zu fassen und auf Papierstreifen zu schreiben, die beim Zug in das Gotteshaus zu einem Wortteppich verbunden wurden. Die Eucharistiefeier zelebrierten Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand und der Geistliche Rat Josef Stigloher. Die Kirchenchorgemeinschaft unter der Leitung von Dekanatsmusikpfleger Gerhard Franke gestaltete die Messe mit modernen und traditionellen Werken, begleitet von den Bläsern und Professor Friedemann Winklhofer an der Orgel, der von der Hochschule München angereist war.

Sehr eindringliche Schlussworte richtete Stadtpfarrer Scheurenbrand am Ende an die Versammelten. Er bemerkte, dass auf den Papierstreifen besonders oft das Wort „Gemeinschaft“ vorkomme und stellte diese in den Mittelpunkt des geistlichen Lebens in Kolbermoor.

Immer gelte, dass zu dieser Gemeinschaft alle eingeladen und keiner ausgeschlossen sei, denn: „Wir sind Kirche, nicht nur die Menschen in Rom, sondern wir hier vor Ort.“ Der Gottesdienst endete mit „Großer Gott, wir loben dich“, zu dem auch das Geläut der Glocken von Heilige Dreifaltigkeit den festlichen Anlass in der Stadt hörbar machten.

Im Rahmen der offenen Kirche mit Stationen und Führungen nutzten im Anschluss viele Gäste die Gelegenheit, eine kurze Auszeit vom Trubel des Kirchweihmarktes zu nehmen. sel

Artikel 4 von 6