Kolbermoor – „Es ist der letzte Abschnitt“, sagte Architekt Gotthard Fellgiebel jetzt in der Stadtratssitzung. Gemeint sind die Häuser der Werkssiedlung an der Von-Bippen-Straße 10, 11, 11a und 11b. Das Gremium hat die weiteren Arbeiten jetzt via Beschluss auf den Weg gebracht. Fellgiebel erläuterte erneut die Planungen für die historischen Gebäude: So sind im Haus Nummer 10 sechs Wohnungen mit jeweils rund 60 Quadratmetern Wohnfläche geplant. Übrigens ist es das einzige Haus der Siedlung, das Balkone hat, so Fellgiebel. In dem Haus daneben mit den Nummern 11, 11a und 11b entstehen je eine Wohnung mit je etwa 86 Quadratmetern. Die Kosten für diesen letzten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.
Bayerische Regierung
ist begeistert
Er erklärte, dass die Kosten etwa 30 Prozent teurer pro Quadratmeter seien, als beim letzten Abschnitt. Fellgiebel sagte auch, das man versuche, die Förderung durch den Staat auszuschöpfen. Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erklärte daraufhin, dass „auch die Bayerische Regierung begeistert ist, dass die Stadt dieses Projekt realisiert“. Georg Kustermann (Grüne) sagte: „Das Projekt ist es wert.“ Die Stadt habe „das historische Kolbermoor erhalten und kann jetzt Wohnraum für einen vernünftigen Mietpreis zur Verfügung stellen“. Die Miete soll pro Quadratmeter zwischen 8,50 und 9,50 Euro betragen. Und obwohl die Häuser erst im Herbst 2021 bezugsfertig sein sollen, habe es bereits rund 50 Mietanfragen gegeben (wir berichteten). Dem Lob Kustermanns schloss sich auch Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) an, der begrüßte, dass die Stadt das Projekt, bei dem 60 Wohnungen entstanden seien, in Angriff genommen hat. Dagmar Levin (SPD) erklärte, dass die Liebe zum Detail ersichtlich sei – „darauf kann man in Kolbermoor stolz sein“.
Markus Schiffmann (CSU) wollte es dennoch genauer wissen: „Was kostet der Quadratmeter?“ Fellgiebel rechntete nach und antwortete: „4300 Euro pro Quadratmeter plus 19 Prozent Mehrwertsteuer.“ Schiffmann: „Diese Kröte muss ich dann wohl schlucken.“ Daraufhin erklärte Florian Spannagl (SPD): „Es geht um das Schmuckkästchen von Kolbermoor.
Preise nicht mit
Neubau vergleichbar
Und man könne die Preise eines Neubaus nicht mit der Sanierung historischer Gebäude vergleichen –„für mich ist es keine Kröte zu schlucken“. Schiffmann erklärte daraufhin, dass sich die „Kröte“ auf den Preis bezogen habe. Architekt Fellgiebel erklärte nochmal, dass die komplette Sanierung der Werkssiedlung – 1996 hat sie begonnen – am Ende rund 28 Millionen Euro kosten wird. Man habe nachhaltig geplant. „In den nächsten 25 bis 30 Jahren werden keine Arbeiten anfallen – man wird noch nicht einmal nachstreichen müssen“, so der Architekt. Letztlich wurde der Beschluss, das Ausschreibungspaket auf den Weg zu bringen, mit zwei Gegenstimmen durchgewunken.
Die Angebotsabgabe der Firmen soll bis Mitte November erfolgen. Ende November sollen die Angebote dann im Stadtrat behandelt werden. Im Dezember/Januar sollen die Arbeiten starten. Los geht es laut Ingenieur Jörg Reinheckel, der den Bau seitens der Stadt betreut, mit den Baumeisterarbeiten, wie Sanitär, Wärme- und Elektrotechnik.