Kolbermoor – Im Erdgeschoss Kinder, in weiteren Etagen Senioren: So ein Projekt hat Investor Florian Behrend von der Firma „IEB Care“ aus Übersee dem Stadtrat jetzt vorgestellt. Das Gremium diskutierte heftig und lehnte den Vorschlag ab, einen Kindergarten samt „Ambulant betreutes Service-Wohnen“ nördlich des Kanals auf dem Conradty-Gelände zu realisieren.
Aber von vorne: Auf einer bisher freien Fläche für den Gemeindebedarf nördlich des Kanals sollte ein „soziales Projekt“ entstehen – darauf hatte sich das Gremium einst verständigt, und das in einer Satzung festgeschrieben.
„Bedarf ist
riesengroß“
Der Investor plante einerseits im Erdgeschoss einen Kindergarten, in den anderen Stockwerken sollen 55 barrierefreie Wohnungen explizit für Senioren entstehen – „quasi eine Vorstufe zum Pflegeheim, die Bewohner können selbstständig wohnen, aber im Falle eines Pflegefalls ist eine optimale Versorgung gegeben“, erläuterte Behrend dem Gremium.
Das Projekt biete jeglichen Komfort, wie einen Ergo-Fitness-Bereich, einen 24- Stunden-Notruf, Hilfestellungen bei Behördengängen, eine Gartenanlage mit Hochbeeten, behinderten Stellplätze und E-Lade-Möglichkeiten. Obendrein können Synergieeffekte zwischen Senioren und den Kindergartenkindern genutzt werden.
Betreut werden sollte das Projekt seitens des BRK Rosenheims, so Behrend. In Prien und Rosenheim gebe es ähnliche Anlagen – „der Bedarf ist riesengroß“. Die Wohnungen könnten von den Senioren gekauft werden, oder aber als Wertanlage gesehen und vermietet werden, sagte Behrend dem Gremium.
Caroline Schwägerl (Grüne) erklärte, dass es sich auch „Kolbermoorer leisten können müssen, nicht nur reiche Münchner“. Die Idee des Projektes findet Dagmar Levin (SPD) „super, aber sozial ist das nicht“. Auch Georg Kustermann (Grüne) betonte, dass das Projekt inklusive Kindergarten gut sei. Aber im Hinblick auf ein „soziales Projekt“ erteilte er dem anvisierten Standort eine Absage. Dr. Berthold Suldinger (SPD) fragte nach dem Mietpreis pro Quadratmeter – „der ist sicher höher als zehn Euro“. Wie hoch der Preis sei, konnte Behrend nicht sagen, aber er liege sicher höher. Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) sieht „einen Kindergarten und ambulantes Wohnen“ als soziales Projekt an – „ich sehe es eher positiv als negativ“. Dennoch: Das Gremium lehnte die Änderung des Bebauungsplans bei zwei Gegenstimmen ab – somit ist das Projekt passé – zumindest an diesem Ort.