Für ein neues Publikum

von Redaktion

Akademie der Bildenden Künste lädt zu „Supermarkt der Kunst“ – Werke ab 50 Euro

Kolbermoor – Zum einen feiert die Akademie der Bildenden Künste ihren 5. Geburtstag, zum anderen beschreitet sie neue Wege: Geschäftsführerin Anna Eisner (33) initiiert erstmals einen „Supermarkt der Kunst“. An diesen Tag können Werke zwischen 50 und 500 Euro gekauft werden. Was es dort zu kaufen gibt, welches Publikum angesprochen werden soll und ob es ein Wagnis ist, erzählt Anna Eisner im Interview.

Frau Eisner, wie lautet das Motto des „Supermarkts der Künste“?

Kunst aus dem Bauch heraus zu kaufen. So eine Aktion spricht vielleicht ein anderes Publikum an, eben solche, die sich sonst nicht ein Kunstwerk für mehrere Tausend Euro kaufen würden. An diesem Tag kann man sich ein Original ab 50 Euro kaufen. Und vielleicht beginnt dann die Begeisterung dafür, ein Original für die eigenen vier Wände anzuschaffen.

Was wird verkauft?

Bilder kleinerer Formate auf Leinwand, Papierarbeiten, aber auch Drucke und Skulpturen. Es sind Werke von den Studenten und Absolventen der Kunstakademie Kolbermoor, aus verschiedenen Studiengängen unter anderem von Prof. Markus Lüpertz, Hermann Nitsch, Jerry Zeniuk und Matthias Kroth.

Wollen Sie mit dieser Aktion auch ein jüngeres Publikum ansprechen?

Dieses neue Format soll auch die Jüngeren ansprechen, ja. Wir möchten ihnen so den Zugang erleichtern. Ich wurde auch schon angerufen und gefragt, ob man denn auch genau um Punkt 10 Uhr am Samstag da sein sollte.

Ist es ein Wagnis?

Ja, schon. Wir wollen einfach die Hemmschwelle abbauen.

Bauen Sie alles auf?

Ja. Es soll nach der Petersburger Hängung erfolgen – dicht an dicht. In allen vier Ateliers sollen die Werke sein. Und die Besucher können sich ihr Bild von der Wand nehmen und dann einfach bezahlen. Allerdings müssen wir danach alles abbauen und aufräumen, denn am Montag startet der nächste Kurs.

Auch die Künstler bekommen so ja eine Plattform.

Ja, für sie ist es wichtig, sich zu präsentieren, in Bewegung zu bleiben. Und bei so einer Aktion brechen sich die Künstler keine Zacken aus der Krone, sie verkaufen es ja nicht unter Wert. Jeder der rund 70 Künstler kann zehn Werke verkaufen – davon werden jeweils fünf aufgehängt.

Wenn es gut läuft, soll der Supermarkt der Kunst wieder stattfinden?

Ja, wenn das Format gut angenommen wird. Vielleicht einmal im Jahr oder alle zwei Jahre. Es war nach fünf Jahren einfach mal Zeit, etwas neues auszuprobieren. Interview: Ines Weinzierl

Aktion: Kunst für alle

Gucken, kaufen, mitnehmen: Der „Supermarkt der Kunst“ findet am Samstag, 16. November, von 10 bis 19 Uhr in der „Akademie der Bildenden Künste“ in Kolbermoor, An der Alten Spinnerei 2, statt.

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