Graue Haare? Von wegen!

von Redaktion

Kindertagesstätte Wiederkunft Christi feiert 50-jähriges Bestehen

Kolbermoor – „Wie schön, dass du geboren bist“, sangen die Mädchen und Buben der Kindertagesstätte Wiederkunft Christi – danach gab es einen Riesen-Applaus für das Geburtstagskind. Die Einrichtung wurde jetzt 50 Jahre alt und das musste natürlich gefeiert werden. Und trotz der 50 Jahre, „ist eine der ältesten Einrichtungen der Stadt Kolbermoor junggeblieben – und hat noch keine grauen Haare“, sagte Bürgermeister Peter Kloo (SPD) bei der Feier. Und: „Ich hoffe, dass sie immer so jung bleibt“, gab der Rathauschef der Kindertagesstätte mit auf den Weg.

75 Kindergartenkinder, 25 Hortkinder und 13 Krippenkinder werden von dem 17-köpfigen Team betreut. Leiterin ist seit Frühjahr Mona Kahl, die alle nur Mona nennen. Ihr Nachname sorgte schon für Verwirrung: „Jemand fragte mal ein Kindergartenkind, wo Frau Kahl ist.“ Die Antwort: „Frau Kahl haben wir nicht.“ Klar, alle ein- bis Zehnjährigen kennen die Leiterin nur unter dem Namen Mona.

Transparentes

Kita-Team

Das ist Kahl wichtig, eine Beziehung zu den Kindern zu haben – „schließlich sind viele den ganzen Tag hier“, sagt sie. Ist es wie nach Hause kommen? „Ja, so soll es sein, sie sollen sich hier wohlfühlen.“ Und das tun sie: Nach der Schule kommen die Hortkinder, so gegen 13.30 Uhr.

Öffnen sie die Eingangstür, können sie vom Flur aus durch ein rundes Fenster auf Augenhöhre blicken und winken – „hallo Mona“, ist von ihren Lippen abzulesen.

Das Besondere an der Einrichtung? „Das Team ist offen, lustig und transparent – alles ist in einem familiären Rahmen“, sagt Isabell Gross, eine der beiden Stellvertreterinnen.

Obendrein: „Wir wollen alte Werte leben“, so Kahl. „Bei uns darf ein Kind Kind sein, es soll sich auch dreckig machen dürfen.“ Aber: „Laissez-faire gibt es bei uns nicht. Danke, bitte, Entschuldigung – das ist uns wichtig.“

Wichtig sind den Erziehern auch „Ressourcen auszuschöpfen“. Deshalb steht derzeit gerade „Upcycling“ hoch im Kurs: „Aus alten Plastik-Waschmittelverpackungen haben die Kinder St. Martins-Laternen gebastelt – Füchse, Katzen Eulen.“ Obendrein gibt es keine Plastikbecher mehr. „Jedes Kind hat jetzt ein Glas, beispielsweise eines in dem mal Senf war.“

Daneben plant das Team künftig einmal in der Woche mit allen Kindern einen Ausflug zu unternehmen. Besucht werden sollen Bäcker, Pizzeria, Automechaniker – so lernen die Kinder ihre Umgebung kennen.

Angefangen hat alles vor 50 Jahren: Damals hat Pfarrer Eugen Klaas den Kindergarten ins Leben gerufen – „bis heute ist er eine Größe in Kolbermoor, er hat viel für die Leute getan“, sagt Pfarrer Maurus Scheurenbrand. Seither ist die Einrichtung gewachsen – mittlerweile werden 110 Kinder betreut. Vor einigen Jahren gab es Vorwürfe in Richtung Aufsichtspflichtverletzung – „diesen Herausforderungen haben wir uns gestellt“, sagt Pastoralreferentin Martina Mauder, die für die religiöse Begleitung zuständig ist.

Jetzt blickt das Team in Richtung Zukunft und bei der Feier gab es neben Dosenwerfen, Reise nach Jerusalem, Topfschlagen sowie Würstl-Schnappen Papageien-Muffins und eine Schoko-Torte. Auf die nächsten Jahre!

Artikel 3 von 11