Für 870000 Euro sanieren

von Redaktion

Bauausschuss berät Maßnahmen an städtischen Mehrfamilienhäusern am Moorgarten

Kolbermoor – Häuser bedürfen der dauernden Instandhaltung, geht es um Fragen des Wärmeschutzes, sind schnell Beträge in die Hand zu nehmen, die den Etat für laufende Maßnahmen übersteigen können. Dies ist auch der Fall bei den städtischen Mehrfamilienhäusern „Am Moorgarten 12 – 16“, die zumindest in Teilen energetisch verbessert werden müssen.

Der Bauausschuss der Stadt erhielt in seiner letzten Sitzung einen Überblick über die nötigen Maßnahmen an den 30 Wohneinheiten sowie über die Kosten, die sich auf rund 870000 Euro brutto belaufen werden.

Ein Betrag, der nicht unerheblich ist, den die Stadt aber dennoch auf sich nimmt. Es geht auch darum, die Mieten, die ja recht erheblich von den Nebenkosten bestimmt werden, insgesamt in einem reellen Rahmen halten zu können.

Was am Gebäude
saniert werden soll

Die Maßnahmen werden vor allem den Austausch von Fenstern, Balkon- und Eingangstüren umfassen. Nach Ansicht der mit der Voruntersuchung beauftragten Planungsbüros (CAD-Planpartner für das Gebäude und Bauer-Schlosser-Wiesner für die Technische Gebäudeausrüstung) ist die Fassade selbst in einem energetisch zufriedenstellenden Zustand. Das hätten auch von der Stadt erstellte Thermografiebilder ergeben.

Diskussionsbedarf bei der Sitzung ergab vor allem die Frage, wie mit dem Lüftungsproblem umzugehen sei, denn mit neuen und dichten Fenstern werde automatisch auch der bislang gegebene „natürliche“ Luftaustausch unterbunden. Die Planungsbüros plädierten für ein rein mechanisch gesteuertes System ohne Wärmerückgewinnung. Ein System mit Wärmerückgewinnung würde pro Wohnung mit rund 4500 Euro zu veranschlagen sein und wäre damit etwa dreimal so teuer wie die Lösung ohne Wärmerückgewinnung. Dabei ist es nach Ansicht der Planer fraglich, ob diese Mehrkosten durch einen verringerten Energieverbrauch einzuspielen seien, vor allem, wenn man den erhöhten Wartungsbedarf der komplexeren Anlagen mit einbeziehe.

Einfach Fenster
öffnen ist vorbei

Nicht zu vernachlässigen sei auch, so Bürgermeister Peter Kloo (SPD), dass eine Wärmerückgewinnung gewissermaßen immer ein „Wohnen nach Vorschrift“ voraussetze, solle sie ihre Vorteile wirklich ausspielen können: „Die Fenster wie gewohnt nach Belieben zum Lüften öffnen zu können, ist dann eigentlich nicht mehr möglich“. Die Eingangstüren der Wohnungen werden durch den Austausch dann sozusagen im Nebeneffekt auf den aktuellen Stand hinsichtlich Brandschutz und Einbruchssicherheit gehoben.

Die Heizkesselanlage der Häuser wird von den Sanierungsmaßnahmen nicht erfasst. Sie ist zwar aus dem Jahr 1992, nach Ansicht des Fachplaners aber in einem guten Zustand. Austauschüberlegungen machten auch dann erst richtig Sinn, wenn klar sei, wie sich die Gesetzeslage in diesem Bereich entwickele.

Auf eine neue Basis gestellt werden soll aber der Fernsehempfang in der Wohnanlage: Er wird von Kabel auf Satellit umgestellt, sodass das Potenzial moderner Fernsehgeräte ausgeschöpft werden kann.

Das Fazit der Sitzung: Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat einstimmig, die Umsetzung der Baumaßnahme zu beschließen. Gibt dieser in der Sitzung am 27. November grünes Licht, könnte die Ausschreibung der Baumaßnahmen noch vor Jahresende erfolgen.

Damit wäre im Februar 2020 eine Vergabe der Aufträge möglich und ein Baubeginn im April. Kann dieser Zeitplan eingehalten werden, der in der Sitzung als optimistisch aber machbar bewertet wurde, könnte mit einem Abschluss der Maßnahmen bis Anfang September 2020 gerechnet werden.

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