Zwei wahre Glücksfälle

von Redaktion

Interview Klaus Kontny über zehn Jahre Senioren-Union und neue Ziele

Kolbermoor/Bad Aibling – Für Klaus Kontny (75) war die Gründung der Senioren-Union Kolbermoor-Bad Aibling 2009 „ein wahrer Glücksfall“. „Damals war ich gerade in Rente und suchte nach einer Aufgabe“, sagt der Kolbermoorer zum Mangfall-Boten. Auf Initiative von CSU-Stadtrat Markus Schiffmann wurde die Senioren-Union im November 2009 ins Leben gerufen – „er hat mich gefragt, ob ich das nicht machen möchte“, erzählt Kontny. Gefragt, getan. Seither ist Kontny der Vorsitzende. Und Schiffmann sagt heute: „Kontny ist ein wahrer Glücksfall“. Wie alles begann und was die Ziele sind, erzählt Kontny im Interview.

Herr Kontny, was ist das Besondere an der Senioren-Union Kolbermoor-Bad Aibling?

Mir ist wichtig, dass ich jedes unserer Mitglieder kenne. Tritt jemand neues ein, mache ich einen Termin aus und wir lernen uns kennen. Das ist mir wichtig – ein neues Mitglied soll nicht nur auf dem Papier existieren.

Was ist die Hauptaufgabe der Senioren-Union?

Wir wollen Seniorenarbeit in Politik machen und Veranstaltungen wie Ausflüge anbieten. Ich möchte einfach nicht, dass ältere Menschen morgens alleine aus dem Fenster schauen und nachmittags vor dem Fernseher sitzen. Unser Ziel ist es auch, die Einsamkeit zu minimieren.

Ein ehrgeiziges Ziel. Wie schaffen Sie das?

Wir machen unter anderem monatlich einen Ausflug. Wir waren in den letzten zehn Jahren beispielsweise bei der Augsburger Puppenkiste, haben die renovierte Kirche Mariä Himmelfahrt in Bad Aibling besichtigt oder waren im Heimatmuseum in Hausham.

Was machen Sie noch?

Alle zwei Monate planen wir einen größeren Ausflug. So waren wir heuer in Meran. Im nächsten Jahr soll es für drei Tage ins Burgenland gehen. Für 2020 ist der Ideenkasten voll. Ich erarbeite die Ausflüge gemeinsam mit Sepp Ranner und Günther Zellner.


Gibt es auch einen Stammtisch?

Nein, aber für 2020 ist das angedacht. Aber wir wollen auch nicht zu viel machen, sonst heißt es nachher: Jetzt ist schon wieder etwas. Man braucht viel Fingerspitzengefühl.

Wie hat damals alles bei der Senioren-Union angefangen?

Ich habe schon einiges abgeschaut (lacht) bei der AWO oder bei den Kirchen. So habe ich am Anfang viel mit Pfarrer Wagner von Heilige Dreifaltigkeit gesprochen, der sozusagen mein Mentor war, da er in der Seniorenarbeit viele Erfahrungen hatte.

Was sind die Ziele für die Zukunft?

Wir haben derzeit 48 Mitglieder, die zwischen 80 und 90 Jahre alt sind. Mir ist sehr wichtig, dass das Durchschnittsalter sinkt. Eigentlich sollte man zunächst 60 Jahre alt sein, um einzutreten. Aber wir nehmen auch Bürger, die Ende 50 sind. Bei uns kann wirklich jeder mitmachen, egal welche Religions- oder Parteizugehörigkeit derjenige hat.

Ans Aufhören denken Sie aber nicht, oder?

Ich habe mir überlegt, es noch sechs Jahre zu machen. Dann bin ich im 81. Lebensjahr und dann müssen endlich jüngere Nachfolger ran.

Interview: Ines Weinzierl

So wird das Jubiläum gefeiert

Die Senioren-Union Kolbermoor-Bad Aibling feiert am Mittwoch, 27. November, um 15 Uhr im Gmoahof Willing ihr zehnjähriges Bestehen. Die Bevölkerung ist eingeladen. Bei der Feier wird es auch einen Rückblick geben. CSU-Stadtrat Markus Schiffmann hatte damals die Idee, für die älteren Mitglieder im CSU-Ortsverband eine Arbeitsgruppe zu gründen. Ziel sollte sein, aktive Senioren zusammenzuführen und in gemeinsamer Arbeit Veranstaltungen zu organisieren. „Der Ortsverband der Senioren sorgt dafür, dass sie mit ihren Anliegen wahrgenommen werden“, so Schiffmann. Gleichzeitig soll aber bei den Senioren die Freizeit nicht zu kurz kommen. In abwechslungsreichen Programmen bemüht sich der Ortsverband auch für Senioren aus den Nachbargemeinden Betriebsbesichtigungen, Kulturveranstaltungen und Ausflüge anzubieten. Auch Sachdiskussionen zur Rentenpolitik, zur Pflege und politischen Themen finden immer wieder ihre Interessenten. Meist finden sich zwischen 15 und 20 Teilnehmer zu den Veranstaltungen ein.

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