Kolbermoor – Der Volkstrauertag wurde in Kolbermoor als ein würdiges Gedenken für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft begangen. Zahlreiche Vertreter der Vereine der Stadt beteiligten sich schon am Kirchenzug, der vom Trommlerzug Kolbermoor und der Kolbermoorer Stadtkapelle angeführt wurde.
Zurück und in die
Zukunft schauen
„Der Volkstrauertag gibt uns die Gelegenheit, gleichermaßen zurück und in die Zukunft zu schauen“. Mit diesen Worten begrüßte Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand die Anwesenden, Fahnenabordnungen und Vertreter der Stadt zum Gedenkgottesdienst in der Stadtpfarrkirche, der von den Bläsern der Stadtkapelle unter der Leitung von Michael Weingartner gestaltet wurde. In seiner Predigt bekräftigte der Geistliche in sehr persönlichen Worten seine Überzeugung vom Auferstehungsgedanken, der letztlich dazu beitragen könne, Hass und Intoleranz zu überwinden. Begleitet von der evangelischen Pfarrerin Birgit Molnar und einer großen Ministrantenschar folgte der Zug zum Kriegerdenkmal am alten Friedhof, das gerade erst restauriert wurde. Vor den neu gestalteten Namenstafeln an der Friedhofsmauer waren Blumengestecke aufgestellt worden. Die Ehrenwache der Feuerwehr umrahmte von dieser Seite den Platz, der dadurch auf außerordentlich stimmige Weise zu einem würdigen Gedenkort wurde. Nachdem die beiden Geistlichen den Segen Gottes für das restaurierte Denkmal und alle, die davor verharren, erbeten hatten, lobte Bürgermeister Peter Kloo in seiner Ansprache die Neugestaltung des Areals.
Mahnmale als Orte
der Erinnerung
„Unser Kriegerdenkmal, das vor 95 Jahren errichtet wurde, erstrahlt in neuem Glanz.“ Leider, so das Stadtoberhaupt, sei er in der Vergangenheit oft gefragt worden, ob der Erhalt des Kriegerdenkmals in der heutigen Zeit – ein Jahrhundert nach dem Ende des Ersten und 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – überhaupt nötig sei. „Ich bin mir sicher: Der Volkstrauertag ist die Antwort auf diese Frage“, bekräftigte Kloo vor den Anwesenden. Das jährliche Gedenken sei nicht überflüssig, sondern Auftrag und Vermächtnis aller Toten, deren Namen von den Tafeln und Steinen herabblicken, zum Frieden. Eine solche Erinnerungskultur sei gerade in den Zeiten, in denen durch Kräfte wie die AfD der Versuch unternommen würde, die Vergangenheit zu relativieren, unbedingt notwendig, „damit aus trauernder Erinnerung Verantwortung wächst“, so der Bürgermeister abschließend. Nach der Kranzniederlegung zum Lied vom „Guten Kameraden“, zu dem drei Kanonenschüsse über die Stadt hallten, schloss sich auch Stadtpfarrer Scheurenbrand den Dankesworten des Bürgermeisters an Künstler, Verantwortliche und an der Restaurierung des Denkmals Mitwirkende an und betonte ebenfalls den hohen ideellen Wert des Geschaffenen. Ortskartellvorsitzender Günther Zellner oblag nach dem Rückmarsch zur Kirche der Dank an alle Vereine und Teilnehmer des Festzuges.