Gelöscht wird auch am Puppenhaus

von Redaktion

Vier Feuerwehren bieten jetzt gemeinsam Ausbildung auch für Quereinsteiger

Kolbermoor – Die modulare Truppausbildung (MTA) löste vor einigen Jahren die
„alte“ Truppmann-/Truppführer-Ausbildung bei der Grundausbildung der Feuerwehren in Bayern ab. Jeder Feuerwehrangehörige muss zunächst als Basis diese modulare Truppausbildung erfolgreich abschließen, um für den Einsatzdienst gerüstet zu sein.

Außerdem stellt die abgeschlossene MTA eine Voraussetzung für viele weiterführende Lehrgänge dar, wie zum Beispiel für den Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger. Neben der Jugendfeuerwehr müssen auch „Quereinsteiger“, also alle, die im Erwachsenenalter der Feuerwehr beitreten, diese modulare Truppausbildung absolvieren.

Um dies so schnell und strukturiert wie möglich durchzuführen, schlossen sich die Feuerwehren Pullach, Großkarolinenfeld, Bad Aibling und Kolbermoor zusammen und bilden nun schon seit einigen Wochen die Quereinsteiger aller beteiligten Feuerwehren gemeinsam aus.

So soll es möglich werden, pro Halbjahr einmal alle Module der MTA zu behandeln, sodass die Quereinsteiger die Grundausbildung abschließen können.

Zuletzt standen die Themen „Löschgeräte“ und „Verhalten im Brandeinsatz“ auf dem Programm. Um die Ausbildung etwas anschaulicher und interessanter zu gestalten, wurde diese nicht im Schulungsraum, sondern im Feuerwehrhof der Feuerwehr Kolbermoor anhand eines Praxisbeispiels abgehalten.

Hier erwartete die Quereinsteiger ein „Dollhouse“ (Puppenhaus). Mit diesem Modell kann die Brandausbreitung, Rauchentwicklung und auch Rauchgasdurchzündungen in verkleinertem Maßstab simuliert werden. So konnte den Ausbildungsteilnehmern das Brandverhalten insbesondere innerhalb von Gebäuden anschaulich nähergebracht werden.

Wer Interesse hat, sich die Arbeit der Feuerwehr Kolbermoor näher anzuschauen, kann einfach montags ab 18.30 Uhr an der Haßler-straße vorbeischauen und bei den regelmäßigen Übungsabenden unverbindlich reinschnuppern.

„Wir freuen uns jederzeit über Nachwuchs, egal ob als Quereinsteiger oder für die Jugendfeuerwehr“, betonen die Kolbermoorer Verantwortlichen.

„Aufwand so gering wie möglich halten“

Die vier Wehren Pullach, Großkarolinenfeld, Bad Aibling und Kolbermoor bilden jetzt gemeinsam Quereinsteiger aus: Welche Vorteile der Zusammenschluss hat, erklärt der Kolbermoor Feuerwehr-Kommandant Franz Wudy.

Herr Wudy, was ist der Grund für die schnelle Umsetzung?

Der Aufwand der Ausbildung ist für die einzelnen Feuerwehren einfach zu groß. Obendrein hat nicht jede Wehr jedes Jahr unzählige Quereinsteiger, in Kolbermoor hatten wir 2018 fünf.

Wer hatte die Idee?

Der Aiblinger Feuerwehrkommandant hat angefragt und so haben wir uns bei anderen Feuerwehren umgehört – so kam es zum Zusammenschluss.

Was sind die Vorteile?

Der Aufwand kann so gering wie möglich gehalten werden. Es gibt bis zu 20 Treffen im Jahr, die sich jetzt die vier Wehren vom organisatorischen her teilen. Es ist auch wichtig, praktische Übungen zu machen, das bringt ja auch Spaß. Aber das geht natürlich nicht immer, das Feuerwehrgesetz bleibt weiterhin theoretisch (lacht). iw

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