„Paradies aus zweiter Hand“

von Redaktion

Bund Naturschutz: Pflegeaktion am Tonwerkgelände – Seltene Pflanzen- und Vogelarten sind zu entdecken

Kolbermoor – Jetzt packten die Mitglieder und Freunde des Bund Naturschutz an und starteten mit der Pflegeaktion auf dem Tonwerkgelände: Nach dem schwierigen Ausmähen der steilen, ehemaligen Lehm-Abbaukanten wurde in Teamarbeit das Mähgut mit Rechen und Heugabeln beiseite geräumt. Auch der Bereich rund um die Kopfweide wurde von Schilf und Gestrüpp befreit. Die Infotafeln wurden ebenfalls gereinigt, so dass Interessierte jetzt wieder nachlesen können, welche Tier-und Pflanzenarten auf dem Tonwerkgelände zu finden sind.

Bis zur Mittagszeit waren die ehrenamtlichen Helfer mit den Arbeiten fertig und alle freuten sich über eine kleine Brotzeit. Anschließend bedankte sich Katharina Meidinger, ehemalige BN-Vorsitzende, bei der aktiven Gruppe, besonders bei Michael Werner und seinem Sohn Paul sowie Sepp Schrödl, die nicht nur die Wartung der „Schneidegeräte“ übernommen haben, sondern auch vor Ort tatkräftig mit anpackten.

Sie erinnerte daran, dass inzwischen über 30 Jahre vergangen sind, seit der industrielle Lehmabbau eingestellt wurde und sich die Natur dieses „Paradies aus zweiter Hand“ zurückerobern konnte. Damals sollte nach Plänen der Stadt das Gebiet für einen Volksfestplatz und Sportanlagen genutzt und bebaut werden.

„Ohne den tatkräftigen Einsatz des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative ,NIT‘, wäre es nicht denkbar gewesen, dass der Landkreis die Biotopflächen mit Zuschüssen aus dem Bayerischen Naturschutzfond erworben hätte.“ Inzwischen finden sich immer mehr seltene und geschützte Pflanzen auf den Streuwiesen, die einmal im Jahr gemäht werden, so Meidinger.

Auch die Insel mit ihren Schilfrändern im westlichen Weiher sei zu einem ungestörten Rückzugsgebiet für seltene Vögel, wie Teich- und Sumpfrohrsänger, Sumpfmeisen und Graureiher geworden. So erfreuen sich inzwischen nicht nur viele Spaziergänger an der Natur, sondern die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt locken auch Naturbeobachter zu den Aussichtspunkten.

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