„Wir beseitigen ein Nadelöhr“

von Redaktion

Neubau der Tonwerkunterführung startet im April – Umleitungen stehen fest

Kolbermoor – Ab April geht es los: Der Stadtrat Kolbermoor hat den Planungen zum Neubau der Tonwerkunterführung einstimmig zugestimmt. Starten soll die Maßnahme im April 2020. Zunächst nimmt die DB Netz AG die südliche Überführung in Angriff – der Zugverkehr läuft dann eingleisig auf der Nordstrecke. Ab August 2020 geht es im nördlichen Bereich weiter. Ab August sollen dann die Arbeiten der Stützwände, Rampen sowie der Straßenbau samt Kreisverkehr in der Haßlerstraße und Bahnhofstraße starten.

Bushaltestellen
mit Buchten?

Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) sagte: „Wir beseitigen ein Nadelöhr, was seit Jahren diskutiert wird.“ Und weiter: Das werde die Stadt enorm aufwerten. Er verwies auch auf die Verkehrsbelastung, die groß sei, aber: „Wir kriegen etwas Gescheites dafür.“ Mit der Verkehrsbelastung befasste sich das komplette Gremium – denn Sperrungen und Umleitungen seien unvermeidbar (siehe Kasten).

Besonders beschäftigten die Stadträte die Bushaltestellen an der Bergstraße. Dort halten die Busse an der Straße – nicht in eigens für sie gebauten Buchten. Das monierte die CSU: „Das hält ja den ganzen Verkehr zusätzlich auf“, sagte beispielsweise Markus Schiffmann (CSU). Auch Sebastian Daxeder (CSU) erklärte, dass „uns Buchten besser gefallen würden“. Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erklärte daraufhin, dass man in anderen Kommunen Busbuchten wieder zurückbaue. „Das erhöht die Attraktivität des ÖPNV.“

Kurz: „Der Busfahrer und die Fahrgäste werden nicht aufgehalten.“ Das betonte auch Dagmar Levin (SPD): „Der ÖPNV hat Vorrang – das Auto hat sich unterzuordnen.“ Übrigens: Auf Höhe der Bushaltestellen soll eine Mittelinsel für einen Fußgängerübergang realisiert werden, „so kommen sie schnell gefahrlos von einer zur anderen Seite“, so Georg Schollerer vom Ingenieurbüro Roplan, der die Planungen erklärte.

Waltraud Giese (CSU) fragte, wie die Kinder vom Norden in die Schulen kommen, wenn die Unterführung gesperrt ist. Rathauschef Kloo erklärte, dass man einen Ortstermin mit Schülerlotsen anvisiert habe.

Am Ende des Diskussion stellte die CSU kurzerhand den Antrag, die Bushaltestellen in der Bergstraße dorthin zu verlegen, wo Busbuchten möglich seien. Dieser Antrag wurde mit 18 zu sieben Stimmen abgelehnt. Die kompletten Arbeiten sollen im Sommer 2021 abgeschlossen sein.

Die Kosten für diese Maßnahmen im südlichen und nördlichen Straßenbereich belaufen sich nach Angaben der Verantwortlichen auf etwa 3,5 Millionen Euro – die DB Netz AG beteiligt sich an den Kosten, die mit der Unterführung in Verbindung stehen.

So ist der Ablauf – das sind die Sperrungen:

Wenn die Arbeiten der DB Netz AG starten, wird die Unterführung voraussichtlich von April 2020 bis Ende des Jahres komplett gesperrt sein. „Während der Wintermonate wollen wir versuchen, die Unterführung für die Fußgänger zu öffnen“, sagt Bauamtsleiter Andreas Meixner. Der Straßenbau südlich der Unterführung startet voraussichtlich im August 2020 – in dieser Zeit wird unter anderem der Kreisverkehr gebaut.

Ab diesem Zeitpunkt wird der Verkehr von Rosenheim nach Bad Aibling einspurig von der Bahnhofstraße Richtung Haßlerstraße geleitet. Für die Bürger, die von Bad Aibling nach Rosenheim unterwegs sind, ist die offizielle Umleitung ab dem Kreisel bei der Feuerwehr über die Staatsstraße Richtung Rosenheim.

Die Arbeiten auf der Nordseite starten 2021 – losgehen soll es im Frühjahr. Kurz: „Sobald es möglich ist“, so Bauamtsleiter Meixner. Ab diesem Zeitraum soll die Südseite über den neuen Kreisverkehr fertig sein, der ein einfaches Einfädeln ermöglichen soll.

Startet diese Maßnahme, ist der Bereich nördlich der Unterführung komplett gesperrt. Eine Durchfahrt von der Straße am Glasberg Richtung Bergstraße und umgekehrt wird nicht mehr möglich sein. Die Anwohner nördlich der Bahn gelangen dann über den Kreisel an der Haßlerstraße, Haßlerstraße, neuen Kreisverkehr, Bahnhofstraße und die Rosenheimer Straße Richtung Osten.

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