Kolbermoor – Marion Lösch (61) ist eine Frau der ersten Stunde, denn seit 15 Jahren ist sie ehrenamtlich im BRK-Kleiderladen an der Rosenheimer Straße 7 tätig. Seit 2004. Damals hat der Laden in Kolbermoor eröffnet. „Wo ist nur die Zeit geblieben?“, fragt sie und lacht. „Ich bin dazu gekommen, wie die Jungfrau zum Kind“, erzählt Lösch. Sie habe damals einfach nur Kleidung abgeben wollen und dann hieß es, dass noch ehrenamtliche Helfer gesucht werden. „Das ist etwas für mich, habe ich gedacht.“ Und so war es auch, denn sie ist geblieben.
Um 9.45 Uhr schaltet
sie das Licht an
Lösch liebt ihre Arbeit im Kleiderladen und die Kunden lieben sie: „Schön, dass Sie heute da sind“, sagen sie zu ihr, erzählt Lösch, deren Tochter auch im Laden ehrenamtlich mitanpackt. Löschs Arbeitszeit ist von 10 bis 13 Uhr – um 9.45 Uhr ist sie da. Als Erstes schaltet sie das Licht an, aktiviert die Kasse und um Punkt 10 Uhr schließt sie die Türen auf. Und dann stehen schon die Kunden vor der Tür. Los geht es.
„Die meisten wissen, was sie wollen“, sagt Lösch. Und wenn es hakt, dann hilft Lösch – sie kennt ja das Sortiment. Im Kleiderladen gibt es alles –von Babykleidung über Handtaschen und Schmuck bis hin zu warmen Jacken. „Bei uns findet jeder etwas – vom Baby bis zur 90-Jährigen“, sagt Lösch. Die Kolbermoorer Bürger sind großzügig, sie spenden viel: Kleidung, Deko, Möbel.
Und so sortieren die ehrenamtlichen Helfer jeden Morgen die abgegebenen Spenden. Im hinteren Bereich zwei weitere ehrenamtliche Helfer. „Das sind Ilona und Anita“, sagt Lösch. „Wir duzen uns hier alle.“ Sie nehmen die Kleider aus den Tüten, halten sie hoch, schauen, ob alles in Ordnung ist. Denn: „Kaputte oder dreckige Sachen können wir nicht nehmen“, sagt sie. Neben Kleidung werden auch Dekoartikel, wie Vasen oder Kerzenständer gespendet – und sogar Möbel. Die Preise liegen für eine Tasse bei 50 Cent, ein Schrank kostet beispielsweise 250 Euro, erzählt sie.
Ihr gibt die Arbeit viel: „Man kann helfen“, sagt sie. Darüber hinaus komme man mit vielen Menschen ins Gespräch. Nimmt die Not zu? „Ja, die Schere geht immer weiter auseinander“, sagt sie. „Immer mehr Kunden haben einen Bezugsschein, mit dem sie auf die Waren 50 Prozent Rabatt bekommen.“ Viele Kunden seien sehr dankbar und freuen sich über die Angebote, erzählt sie. Wird man selbst demütiger? „Oh, ja.“ Und weil es ihr so gut geht, möchte sie helfen.
Darüber hinaus mag Marion Lösch die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen im Laden – „wir verstehen uns alle sehr gut – wir sind ein gutes Team“.