Kolbermoor – „Nicht schon wieder“, ärgert sich Rainer Tschichholz, der am Mangfallring 9 in Kolbermoor wohnt. Schon wieder ist das Wasser kalt und wird nicht warm. Auch, nachdem er es mehrere Minuten hat laufen lassen. Dann werde es auch nicht mehr lange dauern, bis die Wohnung auskühlt, denkt er. Dass etwas mit der Heizung nicht stimmt, merke man in einer Neubauwohnung ja zuerst am Wasser, sagt er.
Versorgt über
mobile Station
Über kaltes Wasser und eine kalte Wohnung hat sich Tschichholz seit 7. November mehrmals geärgert. Und nicht nur er: „Auch meine Nachbarn sind betroffen“, erzählt er – kaltes Wasser und eine kalte Wohnung seien unter den Kolbermoorern am Mangfallring derzeit Thema Nummer eins – „zwölf Häuser à elf Wohnungen sind betroffen“.
Seit 7. November ist es viermal passiert, ärgert er sich. „Grund für die Störung ist der Bau des neuen Heizkraftwerkes an der Pauline-Thoma-Schule“, so Tschichholz. Gebaut wird es vom kommunalen Stromversorger der Innergie GmbH (wir berichteten), dessen Gesellschafter unter anderem die Stadtwerke Rosenheim sind. Aber was ist da los? „Derzeit werden die Haushalte über eine mobile Station versorgt“, so Geschäftsführer Sebastian Ranner. Laut Innergie waren zweimal zwei Teile defekt – einmal ein Gebläsemotor, ein anderes Mal ein Teil vom Brennsteuergerät. Bei einem anderen Ausfall war der Grund der „Umschluss im Rahmen der Einbindung des Kraftwerks“.
Darüber hinaus erklärt er, „dass Pufferspeicher in den Gebäuden vorhanden sind und damit bei Ausfällen gewährleistet ist, dass die Heizung und das Warmwasser für mindestens zwei Stunden zur Verfügung stehen“.
Die Anwohner des Mangfallrings hatten „über 24 Stunden kein warmes Wasser und auch die Temperaturen in der Wohnung sanken“, erklärt Tschichholz. „Das kann ja nicht wahr sein.“ Sind denn solche Ausfälle die Regel? „Nein“, sagt Ranner, „Ausfälle von 24 Stunden in der Erzeugung sind nicht die Regel.“ Er verweist auf Wärmespeicher, in den einzelnen Gebäuden, „die Störungen abfangen“.
Aber Störungen seien laut Tschichholz eben nicht abgefangen worden. Das hätten er und seine Nachbarn ja am eigenen Leibe erfahren. Obendrein moniert er den „mangelnden Informationsfluss“. So habe es beispielsweise zwei Aushänge gegeben, die der Redaktion vorliegen, „die erst nachdem ich die Störungsstelle angerufen habe, aufgehängt wurden“, so der Bewohner.
Seien Maßnahmen geplant, wie eben der „Umschluss im Rahmen der Einbindung des Kraftwerks“ habe man die betroffenen Bewohner im Bereich „Mangfallring“ und „Untere Mangfallstraße“ laut Ranner „drei Tage vorher informiert“, wie bei Ausfall am 7. November von 7 bis 19 Uhr.
Wenn etwas kaputt geht, wie eben ein Gebläsemotor oder ein Teil vom Brennersteuergerät, informiere man nach der Feststellung der Schadensursache. Ein Beispiel: Am 22. November gab es zwischen 12 Uhr bis 23. November 13 Uhr eine Störung – informiert wurden die Bewohner laut Ranner per Aushang am 22. November um 17 Uhr. Also vier Stunden später.
Wenn Tschichholz jetzt an Weihnachten denkt, wird ihm „Angst und Bang“: „Das fehlt noch, dass wir da im Kalten sitzen.“ Ranner kann ihn beruhigen: „Die Störungen seien behoben, zusätzliche Ressourcen werden vorbereitet, sodass an den Feiertagen keine Versorgungsprobleme entstehen.“