Kolbermoor trifft die besten Töne

von Redaktion

Adventssingen der Stadtsing- und Musikschule begeistert über 500 Besucher

Kolbermoor – Über 90 Mitwirkende der Kolbermoorer Stadtsing- und Musikschule haben am Sonntag in zwei Adventssingen-Aufführungen über 500 Besucher begeistert. Besonders eindrucksvoll waren auch die Textpassagen, die von Regina Berger vorgetragen wurden.

Andenken an
Heiner Seyfried

Diese Texte wurden jahrzehntelang von Heiner Seyfried geschrieben. Er verstarb im August nach einem unglücklichen Sturz, hatte dabei noch eine Kopie des Krippenspiels in Händen, das er für die Aufführung vorbereitete. Die diesjährigen Texte, von Berger gesprochen, waren in seinem Andenken, die Worte fast wie ein Vermächtnis.

„Kunnt man net wenigstens oamoi im Lebm aa zu de Hirtn ghern?“, hieß es da beispielsweise. Denn die Hirten hätten in der Weihnachtsgeschichte zwar wenig materiellen Besitz, dafür aber ein waches Herz für das Wunder, das ihnen begegnet. Das auch einem selbst immer wieder begegnen könnte: Dazu brauche es nicht viel: Es muss nicht das große Engagement für Frieden sein, es geht auch im Kleinen: Zur rechten Zeit die Hand auf die Schulter eines anderen gelegt, reicht, um die Welt zu verbessern.

Die Musikstücke trugen zu der besonderen Stimmung bei. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: Wenn der Frauenchor unter Leitung von Heide Hauser das Lied „Es fiel ein Tau vom Himmel“ sang, dann war das so ergreifend schön, dass einem bei der Zeile, „da fingen die Berge gleich zu singen an“ ein Bild vor Augen stand: Singende, mitfühlende Berge waren für einen Moment lang Realität.

Nun ist die Weihnachtsgeschichte aber nicht nur eine besinnliche Erzählung, sie ist auch eine fröhliche Botschaft. Und dass auch dieses Gefühl auf die Zuschauer übersprang, dafür sorgte vor allem der Kinderchor mit seinem Krippenspiel, geleitet von Karin Krause und Elisabeth Riedl. Ein geschickter Kunstgriff war es, dass die Hirten das Geschehen in der Krippe nicht unmittelbar erlebten, sondern von etwas weiter weg, der Stall war in dieser Weihnachtsgeschichte „drenterhalb der Stadt“ angesiedelt.

Damit war es möglich, alles Wichtige zu erzählen, ohne alles ausspielen zu müssen. Das schafft Platz für Szenen wie die, in denen Sebastian Janisch als kleiner Bub aus der Stadt mit seinen Geschwistern auf die Hirten trifft. Er spielt Flöte, noch etwas unbeholfen, denn, wie er im Stück sagt: „Wie soll man bei der Kälte richtig spielen können?“ Und damit geschickt verbirgt, dass er in Wahrheit gerade erst angefangen hat mit dem Flötenspiel – und sich trotzdem für diesen Auftritt freiwillig meldete.

Sein Flötenspiel wird auch wichtig, als es um die Frage geht, was man dem geborenen Kind mitbringen könnte: „Du kanntatst ja dein lätschaten Landler spuin“ heißt es unter dem Gelächter der Zuschauer. Thematisiert wurde auch die Volkszählung und was sie damals für die Leute bedeutete: „Des hoaßt doch, dass de Feilnbacher bis nach Feilnbach miassen? Und de oidn Leit, de ohne Fahrzeug, aa?“

Keine Frage: Die Mühe für das Adventssingen, mit dessen Proben man im September begann, hat sich gelohnt. Es war ein Höhepunkt in der Kolbermoorer Adventsszeit – und auch der Beweis, dass Musik etwas ist, das alle Generationen vereint – und das bei Zuhörern wie Musikanten gleichermaßen.

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