Kolbermoor – Das Heimatmuseum hat jetzt eine neue Heizung bekommen. Nun wird das Museum über die Heizzentrale des Bahnhofs beheizt – die steht in der neuen Fahrzeughalle neben dem Bahnhof. Das eröffnet dem Museumsleiter Stefan Reischl ganz neue Möglichkeiten. Denn so erhält er einen neuen Raum im Keller des Museums, den er als Depot nutzen will. Mehr Platz für Schätze des Museums!
40 Jahre alter Öltank
soll abgebaut werden
Neben dem Heizungsraum liegt ein weiterer: Dort steht ein dunkelgrüner Öltank aus dem Jahre 1977 – der wird wegen der neuen Heizungssituation nicht mehr gebraucht und deshalb soll er in etwa 14 Tagen abgebaut und entsorgt werden, so Reischl.
Und das hat Vorteile für den Museumsleiter. Denn der neue Raum verfügt über etwa 15 Quadratmeter. Dort sollen insbesondere Archivalien untergebracht werden. Die Regale stehen schon bereit.
Bevor allerdings die Regale samt der Unterlagen Einzug in den frei gewordenen Raum erhalten, muss er noch geweißelt werden und auch der Boden braucht noch einen Belag, denn dort ist jetzt nackter Beton. Also: alter Öltank raus, weißeln, Boden verlegen, Regale aufstellen – diese Arbeiten seien das wenigste, sagt Reischl.
Warum die Regale
immer voller werden
Stehen die Regale, müssen die Unterlagen sortiert werden, und vor allem genau überlegt werden, was dort untergebracht werden soll. Zwei andere Räume im rund 120 Quadratmeter großen Keller sind voll mit Schränken, Regalen und Kästen, die alle alte Dokumente enthalten, wie Sterbebilder, Zeitungsbände, Postkarten und über 100 Jahre alte Amtsbücher. Vor ihnen steht eine König Ludwig II.-Büste. Kurz: Es gibt Archivalien und Exponate en masse. Und es kommen immer mehr hinzu, denn viele Kolbermoorer bringen Postkarten und Fotos, wenn sie ihren Keller oder Dachboden ausräumen.
Deshalb freut sich Reischl über den neu gewonnenen Raum. Die Mitglieder des Fördervereins werden jetzt sukzessive die Bestände sichten und in die neuen Regale einräumen, wenn der Raum bezugsfertig ist. Obendrein sollen auch die Fußböden der anderen Räumlichkeiten im Keller erneuert werden. Das heißt: erstmal alle Regale und Schränke ausräumen, alles verpacken, an anderer Stelle abstellen, Regale und Schränke rausräumen – „das wird viel Arbeit“, so Reischl.
Aus diesem Grund soll heuer auch keine Sonderausstellung im Heimatmuseum stattfinden, wie beispielsweise das „Lausoleum“, die 2019 gezeigt wurde.
Dafür reiche die Zeit nicht. Aber für 2021 ist wieder eine geplant. Zu welchem Thema kann Reischl noch nicht sagen. Nur so viel: „Wenn wir alles sichten, kommen wir vielleicht auf eine Idee“, ist er überzeugt. Dank des frei gewordenen 15 Quadratmeter großen Raums im Keller.